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Notizen von der Fußball-WM

12.06.2006, 15:58 Uhr

Kasey Keller blickt in Hamburg zusammen mit Fans in die Kameras der Fotografen.
Kasey Keller blickt in Hamburg zusammen mit Fans in die Kameras der Fotografen.

BESCHEIDENHEIT IST EINE ZIER: US-Nationalkeeper Kasey Keller ist von seinen Deutschkenntnissen wenig überzeugt. «Wenn ich deutsch spreche, klinge ich wie ein Idiot», sagte der 36-Jährige in Hamburg. Eine Kostprobe wollte der Torhüter von Borussia Mönchengladbach aber nicht geben.

Er erwecke gerne den Eindruck, intelligent zu sein, sagte Keller. Das gelang ihm eindrucksvoll im Gespräch mit südamerikanischen Journalisten: Deren Fragen beantwortete er locker auf spanisch.

ERSTGEBURT: Mit dem Tag der Eröffnung hat die WM auch ihr erstes Baby bekommen. Ruslan Rotan (24) vom Team der Ukraine wurde Vater eines Töchterchens. Seine Freundin Marina und das Neugeborene sind wohlauf. Für den Mittelfeldspieler gab es beim öffentlichen Training in Potsdam einen Blumenstrauß und beste Grüße an die Mutter in Kiew.

NAHTLOS: Vor vier Jahren hatte Hernan Crespo das letzte WM-Tor der Argentiner beim enttäuschend verlaufenen Turnier in Japan und Südkorea erzielt: In der 88. Minute beim 1:1 gegen Schweden. 26 Turnier-Minuten später sorgte der 30-Jährige mit seinem 30. Länderspieltor auch für den ersten Treffer der Argentinier bei der WM in Deutschland. «Das haben schließlich alle von mir erwartet», sagte Crespo trocken. «Das Spiel Argentiniens ist darauf ausgelegt, dass ich genau das tue.»

FAMILIENTROST: Lewis Asamoah ist traurig. Der jüngere Bruder des deutschen Nationalspielers Gerald Asamoah hat keine Karten für das WM-Spiel von Ghana gegen Italien am Montag in Hannover ergattert. Der 22-jährige Oberliga-Kicker von Arminia Hannover wurde zwar nicht wie sein bekannter Bruder in Ghana geboren, hätte aber gerne die Mannschaft aus dem Land, aus dem seine Eltern stammen, im Stadion unterstützt. «Das hat leider nicht geklappt. Unsere Familie wird sich die Partie im Fernsehen anschauen. Dafür habe ich aber von Gerald Tickets Karten für alle Spiele der deutschen Mannschaft bekommen», sagte Lewis Asamoah.


GLÄUBIG: Spaniens Trainer Luis Aragonés ist ein gläubiger sowie praktisch denkender Mensch. Bei der Weltmeisterschaft vertraut der 67-Jährige auf himmlische Unterstützung «mit Sicherheitsventil». «Manchmal spreche ich mit Gott, aber hin und wieder werde ich auch unseren Ministerpräsidenten anrufen», sagt der Coach. Der Grund: José Luis Rodríguez Zapatero hatte Aragonés versichert, er sei ein Glücksbringer. Als Beweis führte er an, dass sein Lieblingsverein FC Barcelona das Finale der Champions League gegen den FC Arsenal gewonnen habe. Damals saß der sozialistische Regierungschef in Paris im Stadion.

SCHIEBUNG: Ein kroatischer TV-Schauspieler will auf eigenwillige Weise seine National-Mannschaft vor dem WM-Spiel gegen Brasilien in Berlin motivieren. Der populäre Mario Mlinaric und sein Freund kündigten an, dass sie ihr Auto vom bayerischen Bad Brückenau 450 Kilometer bis zur heimischen Hauptstadt Zagreb schieben und damit einen neuen Guinness-Rekord aufstellen würden, meldete die Zagreber Zeitung «24 sata» am Sonntag. Mlinaric hat schon zwei merkwürdige Rekorde aufgestellt: 140 Liegestützen in einer Minute und eine Stunde «Rückwärts Moonwalking», im Stil des Sängers Michael Jackson.

PANTINEN PUTZEN: Von wegen deutsch-niederländische Fußballfeindschaft. Als ein einsamer niederländischer Fußballfan in Düsseldorf vor einer Großbildleinwand in einen Junggesellenabschied rheinischer Fußballfreunde geriet, kam es zu einer speziellen Form der Verbrüderung: Der künftige Ehemann, der Passanten die Schuhe putzen musste, ließ sich nicht lange bitten und wienerte auch den in Nationaltrikot gekleideten und in Nationalfarben geschminkten «Oranje»-Fan die Holzpantinen blank.

FLACHPASS: Kurz vor dem Auftaktspiel der italienischen Nationalelf gegen Ghana hat in Rom der Verkauf von Fernsehern kräftig angezogen. Besonders beliebt seien Flüssigkristall-Bildschirme, die mit einer Größe von mindestens 32 Zoll im Eigenheim Stadionatmosphäre schaffen sollen, berichtete die Zeitung «La Repubblica» am Sonntag. «Es scheint fast so, als hätten die Kunden auf den Beginn der WM in Deutschland gewartet, um ihren alten Fernseher los zu werden», sagte ein Verkäufer. Im Vergleich zu den vergangenen Monaten seien im Juni bis zu 20 Prozent mehr TV-Geräte über die Ladentheken gegangen.

LACHNUMMER: Der französische Politologe Alfred Grosser sieht in der WM 2006 für die Deutschen einen Grund, endlich wieder guter Dinge zu sein. «Das ist ein Grund zur Freude, in einem Land, das nie lacht», sagte der deutsch-französische Publizist in einem Interview der französischen Tageszeitung «Le Monde» vom Sonntag. Dennoch wünscht sich der 81-jährige, dass Deutschland, aber auch Frankreich verlieren: «So kämen wir nicht in Versuchung, uns zu überschätzen». Es gebe aber intern ein paar Unterschiede: «Die Deutschen haben die Tendenz, sich ständig zu beschweren. Sie schauen auf Frankreich und beneiden uns.»

AUSGEDEUTSCHT: Das westfälische Billerbeck, WM-Mannschaftsquartier von Serbien-Montenegro, liegt nicht für jedermann in Deutschland. So schrieb das Belgrader Boulevardblatt «Press» unter dem Titel «Billerbeck ist eine serbische, serbische Stadt»: «Sie wirkt nicht wie ist eine typische deutsche Kleinstadt, sondern erinnert eher an unsere Region Sumadija.» Der Reporter der auflagenstärksten Belgrader Zeitung «Vecernje novosti» bemängelte allerdings, dass es schwer sei, in Billerbeck einen Kaffee oder ein Bier zu bekommen. »Die Wirtsfrau sagte, dass am Dienstag abends alles zu ist und dass wir bis Freitag auf unser Bier warten müssen».

RADELN: 12 000 km bis zur WM in Deutschland will der Iraner Seyed Vahid Rayhani radeln. Am Wochenende brach der Angestellte der staatlichen Postbank zur seiner Tour durch 17 Länder auf. Er wolle als Botschafter für «Frieden und Freundschaft» ins Gastgeberland der WM radeln, berichtete er der nationalen Nachrichtenagentur ISNA. Ob er es bis zum Finale am 9. Juli schaffen und dabei vielleicht auch seine heimische Mannschaft in Berlin erleben will, wurde nicht mitgeteilt.

WETTCHEN: An den Wettbörsen der Ukraine wird der Achtelfinaleinzug der «Sbirna» bei der Fußball-Weltmeisterschaft als selbstverständlich eingestuft. Große Gewinne sind deshalb nicht zu erwarten. 3 Griwna, die Nachfolgewährung des Rubel, erhält der Ukrainer beim Einsatz von 1 Griwna, falls das Team Gruppensieger wird. Kämen ihre Lieblinge auf Platz zwei würden den ukrainischen Zockern nur noch 1,35:1 ausgezahlt. Den Titel traut dem Team des WM-Debütanten aber kaum jemand zu. Klarer Favorit ist auch in Kiew Brasilien (3:1) vor Deutschland (7:1) und England (8:1). Sollte das ukrainische Team Weltmeister werden, würden Gewinne im Verhältnis 60:1 ausgezahlt.

BAMBI: Mit dem ersten Treffer der niederländischen WM-Kicker hat auch ein Rehkitz in Hinterzarten seinen Namen erhalten. Das Bambi wurde nach dem Schützen des Auftakttores getauft, dem treffsicheren Niederländer Arjen Robben vom englischen Meister FC Chelsea. Geboren worden war das Kitz im Wildgehege des Parkhotels «Adler», des WM-Quartiers der Niederländer, am Tag nach deren Ankunft. Die Hotelleitung hatte daraufhin beschlossen, dem Tier den Namen des ersten WM-Torschützen der Gäste zu geben.

RUHE BITTE: Im Schweizer WM-Quartier-Ort Bad Bertrich gibt es Ärger wegen der Einhaltung der Sperrstunde. Auf Druck des Hotels, in dem die Eidgenossen logieren, musste die Polizei in den Nächten zum Samstag und Sonntag jeweils um 01.00 Uhr die Schließung der Restaurants, Bars und Pubs in der nebenan eingerichteten Party- Meile durchsetzen. Weil es im ganzen Ort friedlich und gesittet zuging, stieß dies bei den Bewohnern und Gästen auf Unmut. Nun sind intensive Gespräche «auf höchster Ebene» geplant.

RÜSTIG: Der 90-jährige Jim Scane will sich beim Weltmeisterschaftsspiel zwischen seinen Australiern und Japan am Montag in Kaiserslautern einen Traum erfüllen. Der betagte Rentner und begeisterte Fan der «Socceroos» ist extra aus «Down Under» eingeflogen, um endlich das erste WM-Tor seiner Lieblinge live sehen zu können. Bei der WM 1974 war der gebürtige Engländer und frühere Torhüter von den Tottenham Hotspurs für die Australier als Maskottchen dabei.

WUNDERBAHN: Auf den Spuren von Fritz Walter und Co. wandelten 145 Fußballfans aus Angolas WM-Quartierstadt Celle. Sie reisten im historischen Weltmeisterzug von 1954 zum ersten WM-Spiel der Afrikaner gegen Portugal nach Köln. In dem Zug, in dem das deutsche Weltmeisterteam vor 52 Jahren in einer Triumphfahrt aus der Schweiz zurückkehrte, feierten die Bahn- und Fußball-Fans schon vor der Ankunft in Köln mit einer Polonaise und Sprechchören «Mit Angola fahren wir zur WM» ausgelassen das Team des WM-Neulings.

AUFMUNTERUNG: Beim FC Chelsea werden Michael Ballack und Robert Huth nach dessen Wechsel zum FC Middlesbrough zwar nicht zusammenspielen, aber bei der WM glaubt der Kapitän noch an den einen oder anderen gemeinsamen Auftritt. «Robert Huth kann noch ein ganz, ganz wichtiger Spieler werden», sagte Ballack über den Abwehrspieler, der nach einer Sprunggelenks-Verletzung im Training um den Anschluss kämpft. Man müsse die Reservisten «mitziehen», betonte Ballack.

HITZE: Sonnencreme und Erfrischungsgetränke standen beim Training der Nationalmannschaft besonders hoch im Kurs. Jede kleine Pause nutzten Lukas Podolski & Co, um bei der Schweiß treibenden Übungseinheit am Vormittag den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Die Betreuer flüchteten nach einer halben Stunde sogar vom Spielfeldrand in den Schatten auf der Tribüne. Und das Geheimtraining am Nachmittag wurde kurzerhand um eine Stunde auf 18.00 Uhr verschoben.

TITAN: Egal, wie heiß es ist, Oliver Kahn trägt auch bei brütender Hitze seinen schwarzen Trainingsanzug - und das geschlossen bis zum Hals. Und auch als Nummer 2 ist der WM-Titan von 2002 im Training heiß wie eh und je: Gerald Asamoah holte er sogar einmal elfmeterreif von den Beinen, als ihn dieser schon ausgespielt hatte und beinahe bezwingen konnte. Ungewohnt aber: Danach lachten beide.

AUTOGRAMME: Die Unterschriften der 23 deutschen WM-Kicker stehen bei den Fans hoch im Kurs. Um etwa den Anfragen der DFB-Sponsorenpartner gerecht zu werden, mussten die Spieler am eigentlich freien Sonntag im Quartier eigens zu einer Schreibstunde antreten und Bälle sowie Trikots signieren.

ON THE ROCKS: Mit Eiswürfeln wollen Englands WM-Fußballer ihre Leistungen nach dem etwas enttäuschenden 1:0-Auftaktsieg gegen Paraguay verbessern. Wie die Pforzheimer Firma Crio mitteilte, ist aus dem englischen Mannschaftsquartier Bühlerhöhe bei Baden-Baden eine große Eisbestellung eingegangen. Kapitän David Beckham hatte die schwache Leistung vor allem mit der Hitze erklärt. Die zur WM generell herrschende Großwetterlage hat dem Lieferanten insgesamt Bestellungen über 250 Tonnen Eiswürfel eingebracht. Bedarf sei überall: Auf den Muskeln Beckhams ebenso wie in VIP-Drinks.

TRAURIGE TORTE: Oscar Harrison, Präsident von Paraguays Fußballverband, hat das mit 1:0 verlorene Auftaktspiel gegen England die Freude an Schweizer Trüffelcreme und französischer Madame-Creme (Kirschwasser und kandierte Kirschen) verdorben. Zum Geburtstag des Präsidenten hatte Koch Günther Rosenwirth von der Sportschule Oberhaching neun Stunden lang eine Geburtstagstorte mit edlen Zutaten gebacken und verziert. Doch Harrison würdigte das 14 Kilo schwere Werk nach der Rückkehr aus Frankfurt/Main keines Blickes. Seine Enttäuschung über die Niederlage zum 66. Geburtstag war zu groß.

SCHWEDISCHE WM-GARDINEN: Drei in Schweden inhaftierte Israelis wollen ihre Strafe wegen der WM und der guten Gefängnisküche lieber fern der Heimat verbüßen. Die in Södertalje bei Stockholm eingesperrten Männer hätten einen Diplomaten ihres Landes weggeschickt, der schon Dokumente für eine Verlegung nach Israel bei sich gehabt habe, berichtete der israelische Onlinedienst Ynet am Montag. Hinter Gittern gebe es freien Zugang zu den WM-Spielen sowie neben ordentlichem Essen auch die Möglichkeit zu ungestörtem Beisammensein mit den Ehefrauen.

SCHÜLER, HÖRT DIE SIGNALE: Der zeitliche Zusammenfall von WM und Schuljahresendspurt mit Abschlussprüfungen in etlichen Bundesländern hat den Deutschen Philologenverband zu einer Ermahnung veranlasst: Schülerinnen und Schüler sollten sich vor übertriebenem und extremem WM-Fernsehkonsum hüten. Viele Lehrer klagten darüber, dass zahlreiche Schüler kaum mehr Hausaufgaben anfertigten, weil sie den Nachmittag über bis in den Abend jedes Spiel vor dem Fernseher sehen wollten. Niemand habe etwas dagegen, wenn Jugendliche die Spiele der deutschen Nationalelf oder auch der WM-Favoriten live verfolgten, aber man müsse nicht wie Franz Beckenbauer 48 Spiele in Folge konsumieren.

UNÜBERHÖRBAR: Reinhard Lüdemann, lautstarker Abteilungsleiter im Rotenburger Rathaus, hat die Torschrei-Meisterschaft in der niedersächsischen Gemeinde für sich entschieden. Sein Jubelgeschrei erreichte auf dem Messgerät eine Anzeige von 108 Dezibel, wie die Stadt mitteilte. Dies ist ungefähr der Wert, der bei einem Disco-Besuch erreicht wird. Lüdemann setzte sich in der Stadt, in der die WM-Kicker von Trinidad und Tobago zu Gast sind, gegen Dutzende andere Schreihälse durch.

ROYALES KOKELN: Bei einem WM-Empfang für den König von Togo sowie den nordrhein-westfälischen Innenminister Ingo Wolf (FDP) im historischen Rathaus in Köln ist es zu einem Zwischenfall ohne Verletzte gekommen. Durch die Hitze eines Scheinwerfers fing eine Deckenpalette an zu kokeln, wie die Feuerwehr mitteilte. Wegen der Rauchentwicklung wurde das gesamte Gebäude geräumt. Der Empfang am Nachmittag wurde einfach vor das historischeGebäude ins Freie verlegt. Die Feuerwehr konnte den Brand ohne Probleme löschen.

VERZWEIFLUNG: Aus Verzweiflung über den Sieg seiner ecuadorianischen Landsleute beim WM-Auftakt gegen Polen (2:0) hat sich ein Fan in dem südamerikanischen Staat umgebracht. Der Mann hatte nach Angaben der Polizei 500 Dollar (400 Euro) auf eine Niederlage der eigenen Nationalmannschaft gewettet. Nach dem Spiel, dessen Ausgang sonst im ganzen Land ausgelassen gefeiert wurde, fand die Polizei den Wettverlierer erhängt in seiner Wohnung. Angehörige berichteten, dass er nicht die Mittel hatte, um seine Wettschulden zu begleichen.

ERST WALKEN, DANN GUCKEN: Die WM-Stadt Hannover sorgt sich um die Dauergucker im Fernsehsessel. Als Ausgleichssport haben die Stadtväter und der Kreis-Leichtathletik-Verband alle Bewegungshungrigen zum «Nordic Walking» (mit Gehstab) oder Laufen rund um den Maschsee eingeladen. Die Strecke neben dem WM-Stadion ist gut sechs Kilometer lang, bei jedem Teilnehmer wird die Zeit elektronisch gemessen. Los geht's drei Stunden vor dem deutschen Gruppenspiel gegen Polen.

MISTERWAHL: Weil Dänemark sich nicht für die WM qualifiziert hat, legen die Skandinavier ihr Augenmerk mehr als andere auf die «Verpackung». Bei einer Leserabstimmung der Zeitung «Ekstra Bladet» über das «leckerste Fußballerfleisch» beim Turnier in Deutschland siegte der Schwede Fredrik Ljungberg mit 27 Prozent souverän vor Alessandro Nesta aus Italien (18 Prozent) und dem Engländer David Beckham (16 Prozent). Ziemlich abgeschlagen auf den hinteren Plätzen landeten die deutschen Kicker: Michael Ballack fanden immerhin noch drei und Lukas Podolski zwei Prozent besonders attraktiv. Weniger Stimmen als Podolski bekam nur der Engländer Ashley Cole.

GESÄUSEL: Das brasilianische Topmodel Raica hat sich von ihrem Freund Ronaldo als Geschenk zum «Tag der Liebenden» drei Tore bei der Fußball-Weltmeisterschaft gewünscht. «Mein Lieber, ich hoffe, dass Gott dich erleuchtet und deinen Weg segnet, dir Gesundheit und Frieden gibt, damit du bei dieser WM gewinnst, zum besten Spieler wirst und viele Tore schießt», sagte die 22-Jährige im TV-Sender «Globo». Raica teilte auch mit, dass Ronaldo vor lauter Eifersucht sterbe, wenn sie sich im Bikini ablichten lasse oder mit männlichen Models arbeite. Er habe aber ihre Arbeit inzwischen «verstanden».

NACHWUCHS: Überraschender Nachwuchs ist dieser Tage im Wildgehege des Park-Hotels Adler, dem WM-Quartier der niederländischen Nationalmannschaft in Hinterzarten eingetroffen. Ein junges Hirschkalb, kurz vor der WM zur Welt gekommen, bekam unmittelbar nach dem Auftaktspiel der Oranjes einen Namen. «Wir haben gesagt, wir geben ihm den Namen des ersten WM-Torschützen. Somit heißt der junge Hirsch nun Arjen», so Jimmy Newman, der Hotelchef der Oranjes. Der Jungstar der Holländer, Arjen Robben, hatte mit seinem Treffer in der 18. Spielminute dem Team gegen Serbien-Montenegro in Leipzig die ersten drei WM-Punkte beschert.

FACHSIMPELEI: Ronaldinho ist auch der Lieblingsspieler von Gisele Bündchen. «Er scheint ein guter Mensch zu sein und außerdem spielt er einen guten Ball», sagte das brasilianische Model auf der Homepage der Tageszeitung «Folha de Sao Paulo». Auf die Frage, wer der schönste Spieler sei, sagte sie: «Mensch, Leute, ich verfolge den Fußball nicht groß.» Trotzdem ist sich Bündchen sicher: Weltmeister wird Brasilien.

MOBILISIERUNG: Miroslav Klose hat sich an die Spitze einer bundesweiten Kampagne gegen Landminen gesetzt. Der Bundesliga- Torschützenkönig und bisher zweifache WM-Torschütze fordert zusammen mit einem Aktionsbündnis in einer Anzeigenkampagne dazu auf, dass auch andere sich im Kampf gegen die heimtückischen Waffen aktiv engagieren. «Wir sind Miroslav Klose sehr dankbar, denn besonders angesichts der drohenden Kürzung der Mittel für Minenopferhilfe und Minenräumung kommt diese Unterstützung gerade rechtzeitig», sagt Thomas Gebauer, Vorstand von Aktionsbündnis Landmine.de und Geschäftsführer bei medico international. Man hoffe auch auf Wirkung bei den bekanntermaßen fußball-begeisterten Politikern in Berlin.

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