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Das größte Fan-Camp steht in Dortmund

Dortmund (dpa) - 11.06.2006, 11:44 Uhr

Die Schweden Johan (l) und Filip Gunnarsson beziehen das Fan-Camp in Dortmund.
Die Schweden Johan (l) und Filip Gunnarsson beziehen das Fan-Camp in Dortmund.

Es herrscht Camping-Stimmung in den Dortmunder Westfalenhallen. Eine Gruppe junger Männer läuft mit freiem Oberkörper und Handtüchern um die Hüften über den Steinboden, andere sitzen bereits im neonbeleuchteten Frühstücksraum.

Mehr als 2000 Fußball-Anhänger haben sich derzeit im mit 4000 Betten größten Fan-Camp Deutschlands einquartiert. «Bis jetzt ist alles superfriedlich und entspannt», sagt Camp-Betreuer Daniel Dreier. In fünf Hallen reihen sich die kleinen Séparées mit jeweils zwei Doppelstock-Feldbetten aneinander. Über den Metallstreben hängen Handtücher und schwedische Fahnen, ein gelbes Kreuz auf blauem Untergrund. In einigen Betten wälzen sich noch ein paar junge Männer in ihren Schlafsäcken. «Die kleinen Räume und Betten sind ungewohnt», sagt Erik Magnarsson aus Schweden: «Man muss schon betrunken sein, um schlafen zu können.»

Die ersten Ankömmlinge waren Zwillinge aus Schweden, und auch am Wochenende dominierten die Skandinavier in gelb-blauen Trikots die Hallen. Viele hatten Karten für das Spiel ihrer Nationalelf gegen die Mannschaft aus Trinidad und Tobago im Dortmunder Stadion ergattert, während andere die Partie auf der Leinwand beim Fan-Fest in der Innenstadt verfolgten.

Beim Frühstück in der mit Fahnen geschmückten Halle bleibt Zeit zum Fachsimpeln: «Die deutsche Abwehr war sehr schlecht», bewertet Fredrik Hartwig das WM-Eröffnungsspiel und bestreicht sein Brötchen mit Erdbeermarmelade. Er ist mit zwei Freunden im Camp, weil sie kein Hotelzimmer in der Stadt bekamen. «Die Betten sind hart und man hört viele Leute schnarchen - aber das macht uns nichts aus», sagt sein Freund Anders Persson.

Fürs Waschen stehen mobile Duschen bereit, die Wände der Schlafabteile wurden aus mehr als fünf Kilometer Messestellwänden zusammengebaut. Derzeit sind etwa 13 000 Übernachtungen gebucht. «Die jüngsten Besucher sind etwa drei Jahre alt, die ältesten Mitte 60», sagt Dreier. Für Stimmung unter den Fans sorgten bisher nicht nur die Fußball-Partien, die auf einer Großleinwand übertragen werden, sondern auch ein «Oktoberfest» und karibische Tänzer.

Noch bis Montag will Jennifer Bristol mit ihrem Freund in Dortmund bleiben. Im Camp ist sie einer der wenigen Anhänger der Nationalelf von Trinidad und Tobago. Jennifer hat sich einen rot-schwarzen Schal über die Schultern gelegt. «Wir haben viel Spaß mit den Schweden und hänseln uns gegenseitig», sagt sie. Über die mangelnde Privatsphäre in den offenen Schlafkojen tröstet sie sich hinweg: «Dabeisein ist alles.»


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