Ein Signal gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass setzten etwa 5000 Menschen in Gelsenkirchen mit ihrem Protestzug gegen eine NPD- Demonstration von rund 200 Teilnehmern. Für das brisante WM-Spiel Mexiko-Iran sehen sich die Behörden in Nürnberg gut vorbereitet. Man werde mit starken Polizeikräften vor Ort sein, um die Sicherheit zu gewährleisten. Zum ersten Spiel der iranischen Mannschaft wird Vizepräsident Mohammed Aliabadi in Nürnberg erwartet. In der Innenstadt wollen vorher mehrere Organisationen gegen die atomare Aufrüstung und die israelfeindliche Politik der Teheraner Regierung demonstrieren. Vom stundenlangen Feiern auf den WM-Partymeilen hatten die Fans am Freitagabend nach dem 4:2 der Gastgeber gegen Costa Rica in München und dem 2:0 von Ecuador über Polen in Gelsenkirchen noch lange nicht genug. Bis weit nach Mitternacht bevölkerten sie in Auto-Corsos die Bummelmeilen der Stadtzentren, feierten mit Hupkonzerten, Tröten und Trompeten und ließen ein schwarz-rot- goldenes Fahnenmeer wehen. In Berlin, auf der Straße des 17. Juni und am Brandenburger Tor, wohin mehr als 300 000 Menschen geströmt waren, erinnerten sich manche an große historische Momente: «Seit dem Mauerfall war hier nicht mehr so viel Schwarz-Rot-Gold.» Eine Panne gab es am zweiten WM-Tag auf Norddeutschlands größter WM-Party in Hamburg: Die vier Tribünen rund um die Fan-Arena auf dem Heiligengeistfeld blieben wegen technischer Mängel gesperrt. «Das ist sehr enttäuschend», sagte ein Sprecher der Veranstalter am Abend. Etwa 7000 Plätze waren von der Sperrung betroffen. «Uns war einfach das Risiko zu groß», sagte der Sprecher. Die Tribünen-Firma arbeite nun mit Hochdruck an der Reparatur, um die Fehler in der Konstruktion schnell zu beheben. Dennoch war die erste große WM-Party vor allem ein buntes internationales Fest. In Frankfurt/Main mischten sich schon am Freitag immer mehr Engländer mitfeiernd unter das Volk. Auch in Gelsenkirchen gab es vor dem 0:2 der Polen gegen Ecuador viel Verständigung und gemeinsame Gesänge. Tausende polnische Fans traten noch in der Nacht zwar bitter enttäuscht, aber ohne Reibereien die Rückfahrt in ihre Heimat an. Nur etwa 20 Festnahmen gab es in Frankfurt, 19 in Berlin. «Völlig normal für diese Dimensionen», sagten Polizeisprecher. Insgesamt vermeldete die Polizei jedoch nur positive Bilanzen. «Gemessen an der Größe der Veranstaltungen war es sogar extrem ruhig», sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion in Stuttgart. «Fröhlicher Ausnahmezustand», nannte das die Polizei in Hannover. Etwas mehr Festnahmen, nämlich 67, gab es in München. DFB-Chef Zwanziger fasste die Lage in Deutschland so zusammen: «Die ganz große Mehrheit wollte einfach nur mitsehen, mitfeiern und mitsingen.»
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