SEELSORGE: Bischof Tadeusz Pieronek, Direktor der Päpstlichen Theologischen Akademie in Krakau, hat wohl schon vorab von ganz oben über die Auftaktniederlage von Polens WM-Elf gegen Ecuador (0:2) erfahren. Jedenfalls warnte er in einem Interview: «Man sollte nicht ein verlorenes Spiel als nationale Katastrophe betrachten.» Für alle Fälle meint der Theologe: «Oder ein gewonnenes als Überlegenheit gegenüber einem anderen Land.» Der gegnerischen Mannschaft eine Niederlage zu wünschen, sei aber keine Sünde. Zu den Prioritäten seines «Chefs» meint Pieronek: «Ich würde mich wundern, wenn Papst Benedikt XVI. nicht für die Deutschen hofft.» LUFTUNTERSTÜTZUNG: Mit einer riesigen England-Fahne an zwei Hubschraubern hat ein unbekanntes Unternehmen in Frankfurt die Stimmung bei englischen Fußballfans vor dem Spiel gegen Paraguay gehoben. «Come on England» stand auf dem rot-weißen Banner zu lesen, das die Hubschrauber über die Stadt schleppten. Den Auftraggeber wollte das Unternehmen Heli Transair, deren Hubschrauber über der Mainmetropole knatterten, nicht preisgeben. WETTTEUFEL: Abwehrspieler Sammy Kuffour aus Ghana will seinen Clubkollegen vom AS Rom am Montag im WM-Auftaktspiel gegen Italien nicht nur drei Punkte, sondern auch eine Menge Geld abnehmen. Der 29-Jährige, der bis zum vorigen Jahr beim FC Bayern München unter Vertrag war, hat gegen einige seiner Vereinskameraden um Italiens Mittelfeld-Star Francesco Totti auf einen Sieg seiner Nationalmannschaft gewettet. «Nach der Partie werde ich mir mein Geld abholen», verkündete Kuffour am Samstag. Seinen Wettgewinn will er dann für SOS-Kinderdörfer spenden. SPRACHHILFE: Die WM-Schiedsrichter brauchen bei ihrem Aufenthalt im Kempinski Hotel Gravenbruch bei Frankfurt keine Sprachverwirrung zu fürchten. Jeder Unparteiische erhielt ein kleines sechssprachiges Fußballwörterbuch. Darin findet sich etwa das englische Wort für Schwalbe («dive») oder auch der italienische Ausdruck für Freistoß («calcio di punizione»). Deutschen Fans wird von den Volkshochschulen der zwölf WM-Städte mit den wichtigsten Fußball-Ausdrücken in den Sprachen der bei der WM vertretenen Mannschaften sprachlich weitergeholfen. Wendungen wie «Spiel doch ab!» oder «Traumtor!» finden sich in 15 Sprachen, darunter Arabisch, Japanisch und Tschechisch. SPALIERE: Bad Nauheim will die Nationalmannschaft von Saudi-Arabien an diesem Montag mit «Erfolgsketten» zu den Vorrundenspielen in München, Hamburg und Kaiserslautern verabschieden. «Es wäre daher eine sehr schöne Geste, wenn wir auf der Straße Spalier stehen würden», sagte Sportdezernent Konrad Dörner am Wochenende. Es seien bereits Poster vorbereitet, auf denen in Deutsch, Englisch und Arabisch «Viel Erfolg» stehe. WM-ENERGIE: In den Fanblocks der WM-Stadien wird enorm Energie verbraucht: 0,36 Kilowattstunden Energie kostet jeder Fan im WM-Stadion Gelsenkirchen pro Spiel. Der Stromversorger RWE hat dies zum Auftaktspiel Ecuador-Polen (2:0) ausrechnen lassen. Einer der größten Stromverbraucher sei neben der Flutlichtanlage auch die Kühlung der über neun Kilometer langen Bierleitung, hieß es. Der Fußballer auf dem Platz ist aber mehr gefordert: Er verbrennt pro Spiel im Schnitt 1,7 Kilowattstunden. ÜBERGEWICHT: 80 Kilo wiegt eine riesige Fahne, die ein Fanclub aus Argentinien mit zur WM gebracht hat. Die achtköpfige Gruppe, die zu einer Hälfte in der Schweiz, zur anderen im argentinischen Puerto Esperanza lebt, rollt das gewaltige Tuch allerorten aus, wo die Mannschaft des zweimaligen Weltmeisters auftaucht. Allerdings bedarf es angesichts einer Größe von 50 x 22 Metern einer gewissen Vorbereitungszeit, bis die Landesfarben himmelblau und weiß in voller Pracht faltenfrei ausliegen. Mit ins Stadion dürfen die Anhänger der «Albiceleste» ihren ganzen Stolz jedoch nicht nehmen - dort sind nur Transparente in der Größe von drei mal einem Meter erlaubt.
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