Deutschlands größter Fanblock am Brandenburger Tor
Berlin (dpa) - 10.06.2006, 12:34 Uhr
Die Fan-Party am Brandenburger Tor.
So viele schwarz-rot-goldene Fahnen haben wohl seit dem Mauerfall nicht mehr am Brandenburger Tor geweht. Zur Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft stand Deutschlands größter Fanblock in Berlin. Mehr als 300 000 Menschen strömten zum WM-Auftakt auf die Partymeile im Herzen der Hauptstadt. Sie jubelten und fieberten mit, als säßen sie auch im Stadion in München. Trotz des Massenandrangs blieb es aber meist ruhig und friedlich, kleine Rangeleien blieben die Ausnahme. Überall in der Stadt liefen Fernseher, von der Strandbar bis zur Eckkneipe. Am Tag eins der Weltmeisterschaft stand fest: Großbildleinwände wie auf der Straße des 17. Juni sind Publikumsmagneten. Im Vergleich zum Eröffnungsfest der Fanmeile kamen jetzt viel mehr eingefleischte Fußballfans: junge Männer, die sich mit Schlachtrufen wie «Fiii-na-lee - olé» in Stimmung brachten, in der prallen Sonne reichlich Bier konsumierten und dementsprechend teils auch etwas «Schieflage» hatten. Dazu gesellten sich Touristen aus aller Welt - ein Amerikaner berichtete stolz, er habe sieben Karten für die WM- Spiele - sowie junge Familien. Rachel Escobar (26) aus Costa Rica hatte vor dem Spiel noch Hoffnung: «Ich glaube, David kann Goliath schlagen.» Am Ende gewann Deutschland 4:2.
Viele hatten sich mit weiß-schwarzen Trikots oder Perücken und Hüten in Schwarz-Rot-Gold ausstaffiert, die es sogar in Form von Pickelhauben oder als Irokesenvariante gab - letztere vielleicht in Anspielung auf den «Hahnenkamm» auf dem Schopf von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. Ein Berliner hatte sein schwarzes Hündchen mit einer rot-goldenen Schlaufe national dekoriert. Gewagt war auch die Kombination einer Besucherin aus schwarzem T-Shirt, roten Leggings und gelben Strümpfen. Quasi ganz Berlin zeigte Flagge, vom türkische Imbisshändler bis zum indischen Restaurant mit Wimpelkette über dem Eingang. Auch manche Polizisten an der Fanmeile trugen mit schwarz-rot-goldener Schminke im Gesicht einen Hauch Patriotismus. Nach dem Sieg der deutschen Elf brausten junge Berliner mit ihren Autos laut hupend und Fahnen schwenkend über den Kudamm. Die Polizei zeigte sich kulant und schritt nicht ein. Auch für feiernde Fußgänger wurde schon mal die Straße gesperrt. |