Kaum Namensabgleich bei WM-Einlass
München (dpa) - 10.06.2006, 12:54 Uhr
Ein Fan hält ein WM-Ticket in die Höhe.
Das umstrittene Verfahren eines Namensabgleichs zwischen Ticket und Personalausweis beim Einlass ins WM-Stadion ist zumindest beim Auftaktspiel in München weitestgehend ausgeblieben. Die meisten Fans konnten nach der Kontrolle von mitgebrachten Taschen an den Eingängen zur WM-Arena ohne Vorlage des Ausweises durch die Drehkreuze gehen, wenn sie ihr Ticket in den Automaten eingeschoben hatten. Lediglich in wenigen Einzelfällen wurden Besucher nach einer Identifizierung gefragt. Fans, die bereits für die Taschenkontrolle mehr als eine halbe Stunde in der prallen Sonne angestanden hatten, zeigten dafür Verständnis. Auch die Besucher, denen mitgebrachte Gegenstände wie zu große Videokameras am Eingang gegen einen Gutschein zur späteren Rückgabe abgenommen wurden, akzeptierten dies nach Angaben von Sicherheitskräften meist klaglos. «Aber wenn sie nun auch noch bei allen die Ausweise kontrollieren würden, würde das viel zu lange dauern», sagte ein Besucher aus Kaiserslautern am Münchner Einlass.
Nach Beobachtung von Besuchern war bei vielen Ticketkontingenten, die an ausländische Sponsoren gegangen und an Fans weitergegeben worden waren, auf den Eintrittskarten kein Name vermerkt. «Man hätte jederzeit mit einer getauschten Karte reingehen können», sagte ein Wartender nach erfolgreichem Durchmarsch der Eingangskontrolle. Zahlreiche bei der Ticketvergabe leer ausgegangene Fußballfans setzten offensichtlich ebenfalls darauf, dass keine Namen geprüft werden, und versuchten noch in letzter Sekunde eine Eintrittskarte zu ergattern: Etliche liefen mit Schildern der Aufschrift «Suche Ticket» vor dem Münchner WM-Stadion herum. Ob es zu einem erfolgreichen Verkauf kam, blieb unklar. Begehrt waren die Eintrittskarten zum ersten Spiel der 18. Fußball-Weltmeisterschaft auch nach dem 4:2-Sieg Deutschlands über Costa Rica. «Suche Tickets zu Sammlerzwecken» taten nach dem Abpfiff gleich mehrere Fans kund.
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