Ganz Dortmund war in gelb-blau getaucht. Vor dem WM-Start der Schweden am Samstag gegen Trinidad und Tobago zogen Tausende Skandinavier singend und mit «Sverige, Sverige»-Rufen durch Innenstadt und Biergärten. In Hamburg ließen sich die Fans vor dem Match Argentinien-Elfenbeinküste am späten Abend noch etwas Zeit. Ein Signal gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass setzten etwa 5000 Menschen in Gelsenkirchen mit ihrem Protestzug gegen eine NPD-Demonstration mit rund 200 Teilnehmern. Vom stundenlangen Feiern auf den WM-Partymeilen hatten die Fans nach dem 4:2 der Gastgeber gegen Costa Rica in München und dem 2:0 von Ecuador über Polen in Gelsenkirchen noch lange nicht genug. Bis weit nach Mitternacht bevölkerten sie in Auto-Corsos die Bummelmeilen der Stadtzentren, feierten mit Hupkonzerten, Tröten und Trompeten und ließen ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer wehen. Der Kurfürstendamm in Berlin musste zeitweise gesperrt werden. Auch in München am Siegestor gab es laut Polizei «kein Durchkommen mehr». Besonders in Berlin auf der Straße des 17. Juni und am Brandenburger Tor, wohin mehr als 300 000 Menschen geströmt waren, erinnerten sich viele an die großen historischen Momente. «Seit dem Mauerfall war hier nicht mehr so viel Schwarz-Rot-Gold», sagten viele. Dennoch war die erste große WM-Party vor allem ein buntes internationales Fest. In Frankfurt/Main mischten sich schon immer mehr Engländer mitfeiernd unter das Volk. Auch in Gelsenkirchen gab es vor dem 0:2 der Polen gegen Ecuador viel Verständigung und gemeinsame Gesänge. Tausende polnische Fans traten noch in der Nacht zwar bitter enttäuscht, aber ohne Reibereien die Rückfahrt in ihre Heimat an. Nur etwa 20 Festnahmen gab es in Frankfurt, 19 in Berlin. «Völlig normal für diese Dimensionen», sagten Polizeisprecher. Insgesamt vermeldete die Polizei jedoch nur positive Bilanzen. «Gemessen an der Größe der Veranstaltungen war es sogar extrem ruhig», sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion in Stuttgart. «Fröhlicher Ausnahmezustand», nannte das die Polizei in Hannover. Etwas mehr Festnahmen, nämlich 67, gab es in München. DFB-Chef Zwanziger fasste die Lage in Deutschland so zusammen: «Die ganz große Mehrheit wollte einfach nur mitsehen, mitfeiern und mitsingen.»
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