UNTERSTÜTZUNG: Moralische Unterstützung in Abwesenheit erhielt Mexikos Torhüter Oswaldo Sanchez. 20 Fans mit Sombrero und Fahnen feierten am Freitag beim nicht-öffentlichen Training mit Sprechchören «Oswaldo, Oswaldo» lautstark ihre Nummer eins. Sanchez hat nach dem plötzlichen Tod seines Vaters das Trainingslager in Göttingen für drei Tage verlassen. Wegen der ungewöhnlichen Situation erlaubte die mexikanische Teamleitung den Fans, das Training im Jahnstadion zu verfolgen. WM-GRIPPEWELLE: Schwedische Arbeitgeber fürchten sich vor dem erneuten Ausbruch einer «Grippewelle» unter männlichen Beschäftigten wegen der WM. Nach Angaben von «Svenska Dagbladet» haben genaue Untersuchungen des Krankenstandes während der letzten WM im Sommer 2002 ergeben, dass die Zahl kurzfristiger Krankmeldungen bei Männern um 55 Prozent höher lag als in den Jahren zuvor und danach. Bei Frauen war keine Veränderung beim Krankenstand festzustellen. Aber es gibt Hoffnung für verunsicherte Chefs: Bei der WM in Japan und Südkorea gab es wegen des Zeitunterschiedes viele TV-Übertragungen schon bis zum Nachmittag. NACHBARHILFE: Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel drückt nach dem Scheitern der eigenen Elf in der WM-Qualifikation die Daumen für den Gastgeber und für Franz Beckenbauer. Seine Parteinahme zu Gunsten der Deutschen begründet er in der Illustrierten «News» politisch: «Ein gutes Abschneiden der deutschen Mannschaft brächte wohl auch starke Impulse für eine neue Dynamik in der Wirtschaft, mehr Optimismus und eine bessere Stimmung, von der auch wir Österreicher profitieren würden.» Außerdem, so der begeisterte Amateur-Kicker Schüssel, gönne er dem «Wahlösterreicher» Franz Beckenbauer den «Dreifach-WM-Triumph als Spieler, als Nationaltrainer und als WM- Organisator». STERNENGLANZ: Eine himmlische Belohnung wartet auf den polnischen Nationalspieler, der bei der Weltmeisterschaft zum Star der Mannschaft aufsteigt. Die polnische Boulevardzeitung «Super Express» erwarb über eine Werbeagentur das Recht, einem im internationalen Register Guide Star Catalogue verzeichneten Stern nach dem Fußballer ihrer Wahl zu benennen. Noch trägt der Himmelskörper im Sternenbild Zwilling die glanzlose Bezeichnung «1920 2194». Die Leser der Zeitung sollen nun denjenigen Spieler der Weiß-Roten wählen, der am meisten aus der Mannschaft herausragt, berichtete «Super Express» am Freitag. WM-HELM: Extra für die Fußball-Weltmeisterschaft hat sich Formel-1-Fahrer Jenson Button einen neuen Helm anfertigen lassen. Auf dem aktuellen Kopfschutz des BAR-Honda-Piloten findet sich das rot-weiße Sankt-Georgs-Kreuz mit dem England-Aufdruck. «Das ist meine Art, der englischen Mannschaft meine Unterstützung zu demonstrieren. Einige Spieler habe ich kennen gelernt. Es ist ein tolles Team», sagte Button und wünschte seinen Landsleuten «viel Glück» in Deutschland. QUAL DER WAHL: Für Patrick Bissinger (27), in Costa Rica geborener Sohn einer Deutschen und einer Polin, stellt die Gruppe A ein echtes Dilemma da: Wem soll er den Erfolg wünschen? Seine Mutter drücke Polen die Daumen, sein Vater den Deutschen, verriet er der polnischen Zeitung «Gazeta Wyborcza», als er vor der Reise zur WM bei seiner polnischen Großmutter einen Zwischenstopp in Warschau einlegte. Da die Familie seit langem in Mittelamerika lebt, will Bissinger wohl angesichts der entgegengesetzten Loyalitäten seiner Eltern die «Ticos» anfeuern: «Da bin ich geboren, da liebt man den Fußball und kann sich freuen wie nirgends sonst auf der Welt.»
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