Manuel Mateus ist ganz aus dem Häuschen: «Angola zum ersten Mal bei der Fußball-Weltmeisterschaft und ich bin dabei», sagt der 38-Jährige mit zitternder Stimme. «Welch Glück, dass ich in Deutschland wohne.»
Um dieses Glück zu teilen, hat der Angolaner, der seit einigen Jahren in Stuttgart arbeitet, seinen Cousin Pedro überredet, für drei Wochen aus Afrika nach Deutschland zu kommen. Zusammen werden sie an diesem Samstag nach Köln fahren und ihr Team einen Tag später beim ersten Gruppenspiel gegen Portugal anfeuern.
Einfach war es für den Cousin von Mateus nicht, für das Fußballfest nach Deutschland zu reisen: «Viele zu Hause können nicht kommen, weil sie kein Visum kriegen», sagt Mateus. «Pedro durfte nur einreisen, weil er einen festen Job bei einer Ölfirma in Angola vorweisen konnte.» Die deutschen Behörden befürchteten wohl, dass die Angolaner hier bleiben und arbeiten wollten. Manuel Mateus hat sich für die WM vier Wochen frei genommen. «Das ist eine Gelegenheit, die nie wieder kommt», sagt er.
Doch der erste Gruppengegner ist alles andere als sein Wunschkandidat. «Ausgerechnet die Portugiesen, die ehemaligen Kolonialherren!», ruft er empört, «da gibt es doch immer Schlägereien.» Obwohl die «Schwarzen Antilopen», wie das Nationalteam in der Heimat genannt wird, als Außenseiter bei der WM gelten, ist sich Mateus sicher: «Wir werden Weltmeister und spielen im Finale gegen Deutschland oder Brasilien.»