Frohes Warten am WM-Stadion
München (dpa) - 09.06.2006, 15:13 Uhr
Deutsche Fans jubeln vor dem WM-Stadion in München.
Schon Stunden vor der WM-Eröffnung warten Scharen von Fans vor dem Münchner WM-Stadion. Jörg Lipinski aus Herne erkundet schon seit 10.00 Uhr mit seiner Frau und den beiden Kindern das Arena-Gelände. «Es ist ja wichtig, das ganze Flair rundherum mitzubekommen», sagt der 38 Jahre alte Ex-Fußball-Profi aus der 2. Bundesliga. «Hier dabei zu sein, das war für mich ein Muss.» Bereits in der ersten Verlosungsrunde hatte die Familie vier Karten für das Auftaktspiel zwischen Deutschland und Costa Rica ergattert. «Das war für uns wie ein Sechser im Lotto», sagt Ehefrau Birgit Lipinski (39). Insgesamt hatte die Familie sich um Karten für sieben Spiele beworben, geklappt hat es dann mit dem Auftakt. «Das ist mir auch lieber als das Endspiel, weil die Deutschen da vielleicht nicht mehr dabei sind», sagt Lipinski. Werner Schmidt (59) aus Butzbach bei Frankfurt/Main hat für sich und seine Frau noch auf den letzten Drücker zwei Karten zu je 300 Euro bekommen. «Das ist mir der Spaß wert, denn eine WM im eigenen Land werden wir nicht mehr erleben», sagt der Betriebsschlosser.
Vor dem Gitterzaun im Einlass-Bereich trafen gegen Mittag immer mehr Fans ein - viele mit Fahnen und im Trikot ihrer jeweiligen Nationalmannschaft. In fröhlicher Partystimmung machen die Schlachtenbummler von Gleichgesinnten aus anderen Ländern Fotos oder Videoaufnahmen. Erst ab 14.00 Uhr dürfen die Zuschauer ins Stadion, vorher wurden nur die Mitarbeiter eingelassen - auch sie mussten die strengen Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen. Fans aus Mexiko und Costa Rica spielen sich im Kreis abwechselnd einen Fußball zu, angefeuert von «Olé, Olé»-Rufen. Zwischendrin erscheinen kurz zwei berittene Polizisten, doch in der fröhlich- friedlichen Atmosphäre werden die Beamten hoch zu Ross nur zu gefragten Fotomotiven. Auch Siegfried Henke aus Schefflenz bei Heilbronn macht Videoaufnahmen: «So einen denkwürdigen Tag muss man umfassend festhalten», sagt der 52 Jahre alte Elektromechaniker. |