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Kirchen werben für friedliche und faire Fußball-WM

München (dpa) - 09.06.2006, 13:37 Uhr

Geistliche stehen während des ökumenischen Gottesdienstes im Altarraum.
Geistliche stehen während des ökumenischen Gottesdienstes im Altarraum.

Wenige Stunden vor Eröffnung der Fußball-WM haben die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland für friedliche und faire Spiele geworben. «Fußball ist ein starkes Stück Leben», sagte Bischof Wolfgang Huber.

Es gelte aber auch: «Wer nicht gewinnt, ist noch kein Versager», ergänzte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) , bei einem ökumenischen Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, mahnte ebenfalls Fairness und Sportsgeist an.

Zu dem stimmungsvollen Gottesdienst unter dem Motto «Der Welt ein Segen sein» waren unter anderem Bundespräsident Horst Köhler, der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) gekommen. «Wir haben jetzt lange genug mit den Vorbereitungen zu tun gehabt. Jetzt ist alles gerichtet, dass es ein großes Fest wird», sagte Schäuble. In dem vollbesetzten Dom trugen einige Gottesdienst-Besucher Fußballtrikots verschiedener Nationalmannschaften.

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, bezeichnete den Gottesdienst als gute Gelegenheit, die WM-Vorbereitungen der vergangenen Wochen, Monate und Jahre noch einmal Revue passieren zu lassen. Er freue sich, dass die WM jetzt endlich losgehe.

In seiner Predigt betonte Huber, der richtige Umgang mit Niederlagen sei wichtig. «Auch wer beim Schritt vom Machen zum Gelingen zurückbleibt, soll aufrechten Hauptes vom Platz gehen.» Zur Fußball-WM gehörten nicht nur eine gute Organisation und eine gute Vorbereitung der Spieler, sondern auch Gastfreundschaft, Fairness und Sicherheit.


Kardinal Lehmann sagte in einer kurzen Ansprache, der Wettbewerb zwischen den Nationen sei Teil des Sports. «Wir alle hoffen jedoch, dass die Freude am Fußballspiel, die Erfahrung der Zusammengehörigkeit als Schwestern und Brüder und ein Blick auf die Einheit der Menschheit stärker sind als alle nationalistischen Verführungen.»

Kardinal Friedrich Wetter, Erzbischof von München und Freising, wies zur Eröffnung des Gottesdienstes darauf hin, dass nun einmal nur eine Mannschaft Weltmeister werden könne. «Die wirklich große Leistung aber ist es, wenn die Spiele freundschaftlich und friedlich ausgetragen werden», sagte er. «Gewalt, Fanatismus und Randale haben keinen Platz.»

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