Sie sind hier: Startseite > WM 2006 > Unser Team > News > Artikel

Jetzt  Neu! Der Fussball24-Newsreader

News-Feed
Was ist das?
 

 Impressum
 Datenschutzerklärung
 Sitemap
 
Forexhandel
Euroweb Sportförderung
 

Belastungsprobe zwischen Klinsmann und Ballack

München (dpa) - 09.06.2006, 17:17 Uhr

Das Verhältnis zwischen Klinsmann (l) und Ballack ist derzeit leicht gespannt.
Das Verhältnis zwischen Klinsmann (l) und Ballack ist derzeit leicht gespannt.

Das Verwirrspiel um Michael Ballack endete erst 90 Minuten vor dem ersten Anstoß zur Fußball-Weltmeisterschaft - nach einem Machtwort von Jürgen Klinsmann.

Eineinhalb Stunden vor der Partie gegen Costa Rica teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit, dass der Kapitän im ersten WM-Spiel nicht zum Einsatz kommen werde. Ballack wurde dem Weltverband FIFA offiziell als verletzt gemeldet. «Die Gefahr einer Verletzung ist sehr stark erhöht. Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen», sagte Klinsmann- Assistent Joachim Löw im ZDF. «Die Gesundheit steht über allem.»

Durch seine am Vorabend verbreitete Forderung nach einem Einsatz zum WM-Start habe Ballack die Trainer nicht unter Druck gesetzt, versicherte Löw. «Ich denke, dass er morgen oder übermorgen mit dem Training beginnen kann und dass er in der nächsten Woche gegen Polen spielt», sagte er über den an einer Verhärtung in der rechten Wade laborierenden Ballack.

Die überraschende nächtliche Fitmeldung des Mittelfeldstars hatte Klinsmann in den Stunden bis zum ersten Anstoß in eine Zwickmühle gebracht. Mit seiner Entscheidung gegen einen Ballack-Einsatz zeigte der Bundestrainer auch Konsequenz gegenüber seinem Kapitän. Klinsmann hatte seinem Führungsspieler tags zuvor die erforderliche Turnier-Fitness nach der Wadenblessur abgesprochen und für den Star zunächst Extraschichten im Training angekündigt: «Er muss doppelt so viel arbeiten.»

Klinsmann sah sich urplötzlich mit grundsätzlichen Fragen und sensiblen Entscheidungen konfrontiert: Sollte er der Forderung von Ballack («Ich will spielen») nachgeben? Oder sollte er auch bei seinem wichtigsten Spieler seiner Linie treu bleiben, mit Rücksicht auf den weiteren Turnierverlauf kein Risiko einzugehen? Und ganz grundsätzlich: Konnte er im Fall des eigentlich unverzichtbaren Ballack eine Ausnahme von seinem Fitness-Prinzip machen und den 29-Jährigen trotz einer einwöchigen Trainingspause aufstellen?


Die Problematik beschrieb Franz Beckenbauer am Spieltag: «Wadenverletzungen sind gefährlich. Man muss sehr vorsichtig sein. Wenn ihm jetzt etwas passiert, ist die WM für ihn gelaufen», gab der ehemalige Teamchef der Nationalmannschaft zu Bedenken.

Im Münchner DFB-Quartier wurde jedenfalls heiß diskutiert. Bundestrainer und Kapitän müssen aufpassen, dass die von einem vermeintlich harmlosen Bluterguss ausgelöste Belastungsprobe für die Nationalmannschaft nicht in einen Machtkampf mündet. «Das Turnier hat noch nicht begonnen - und schon gibt es Ärger», bemerkte schließlich Ballack selbst in Bezug auf den Wirbel um seine im Testspiel gegen Kolumbien erlittene Blessur.

Das Muskelspiel um die «Wade der Nation» offenbarte, dass Klinsmann und Ballack zwar eine permanente Kommunikation pflegen, aber anscheinend nicht so sehr über entscheidende Dinge miteinander reden. Zudem liegen sie inhaltlich nicht immer auf einer Wellenlänge. Das trat deutlicher als jemals zuvor zu Tage, als Ballack vor der WM- Generalprobe gegen Kolumbien einen Warnruf an Klinsmann startete und eine Korrektur des offensiven Hurra-Stils einforderte. «Der Bundestrainer weiß, wie ich und einige andere denken», sagte Ballack, der sich nach dem 3:0-Sieg gegen Kolumbien bestätigt fühlen durfte.

Klinsmann sagte während der WM-Vorbereitung über sein Verhältnis zu seinem Anführer: «Die Kommunikation mit dem Kapitän ist permanent da. Er ist in den gesamten Prozess eingebunden.» Ballack wiederum sprach noch im Regenerations-Trainingslager auf Sardinien ebenfalls von einem «guten Verhältnis» zum Bundestrainer, der ihn schließlich gleich zu Beginn seiner Amtszeit im August 2004 befördert hatte. «Er hat mich zum Kapitän gemacht. Das war ich vorher nicht und das zeigt, dass er großes Vertrauen in mich hat. Das will ich bei der WM zurückzahlen», sagte Ballack.

«Wir sprechen sehr viel miteinander», ergänzte der erfahrenste deutsche WM-Feldspieler. Allerdings wurde sogar der Kapitän zum Beispiel am Tag der WM-Nominierung von der unerwarteten Ausbootung Kevin Kuranyis sowie der sensationellen Berufung des Dortmunders David Odonkor überrascht. «Nein, das wusste ich nicht», musste Ballack zugeben, als er vor dreieinhalb Wochen in London bei der Vorstellung als Neuzugang des FC Chelsea mit den Nachrichten aus Berlin konfrontiert wurde.

Unbestritten ist: Ballack ist der einzige Spieler im deutschen Kader, der sich auch öffentlich kritisch mit Entscheidungen und dem Kurs des Bundestrainers auseinander setzen darf. Das sieht der Star des Teams - zumal nach der geschwächten Position seines Vorgängers Oliver Kahn - auch als seine Aufgabe an. «Wenn jeder seine Meinung nach Außen kund tut, haben wir ein Chaos», bemerkte Ballack, der betonte: «Das Kapitänsamt ist eine besondere Verantwortung.»

Weitere Fussball-Nachrichten aus dem Archiv
09.06. 16:41 - Deutschland ohne Ballack gegen Costa Rica
09.06. 15:33 - Zeitung: Ballack-Einsatz nicht von Anfang an
09.06. 15:04 - Zeitung: Deutschland ohne Ballack gegen Costa Rica
09.06. 12:25 - Ballack-Einsatz bis kurz vor dem Anpfiff ungewiss
09.06. 11:37 - Kapitän Ballack appelliert an Fans
09.06. 10:43 - Ballack meldet sich fit - Beckenbauer warnt
09.06. 09:56 - Ballack medlet sich fit - Beckenbauer warnt
09.06. 09:24 - Ballacks Wunderheilung - Kapitän meldet sich fit
09.06. 00:35 - Verwirrspiel um Ballack geht weiter
08.06. 19:06 - Erhitzte Gemüter nach Ballack-Ausfall
 
Alle älteren Artikel gibt's im News Archiv.
Fanartikel DFB Pokal Karten Sky bestellen
Fan von Fussball24 auf Facebook werden
Fußball Newsletter - Informationen und Anmeldung
Das große Fußball 24 Forum
fussball-im-verein.de - Spieler, Funktionäre und Fans immer am Ball
...weitere Themen

Internetagentur bigidea.de | Eishockey | primera-division.com