Prinz William zu Gast bei England-Paraguay
Frankfurt/Main (dpa) - 09.06.2006, 08:39 Uhr
Prinz William kommt als Präsident des englischen Fußball-Verbandes zur WM.
Der rote Teppich liegt am Flughafen bereit, die Einladungskarten für den Empfang sind verschickt: Zum Spiel England gegen Paraguay kommt mit dem englischen Prinzen William das erste Mitglied eines Königshauses während der Fußball-WM nach Frankfurt. Der 23-Jährige, der an zweiter Stelle in der britischen Thronfolge steht, erscheint in seiner Eigenschaft als Präsident des englischen Fußballverbandes. Deshalb steht zunächst das Spiel im Mittelpunkt des Kurzbesuchs ohne Übernachtung; daneben gibt es aber auch ein wenig königlichen Glanz für die Region, Protokoll-Ehren wie eine Motorrad-Eskorte vom Flughafen zum Stadion und für ausgewählte Gäste Gelegenheit zum Gespräch mit dem jungen Royal. Prinz William besucht eine Gegend, mit der er dynastisch eng verbunden ist. Seit im 19. Jahrhundert die englische Prinzessin Victoria den späteren deutschen «Drei-Monats-Kaiser» Friedrich III. heiratete und deren Tochter Margarete den Landgrafen Friedrich Karl von Hessen, sind England und die beiden hessischen Herrscherlinien vielfach verknüpft. Als Ende der 90er Jahre die hessische Prinzessin Margaret starb - die Frau des heute 80 Jahre alten hessischen Landgrafen Moritz - kamen deshalb auch der britische Thronfolger Prinz Charles und sein Vater Prinz Philip nach Darmstadt.
Die großherzoglich-hessische Hausstiftung wird heute von Kronberg im Taunus aus verwaltet. Im selben Ort, auf dem Reiterhof der Olympiasiegerin Ann-Kathrin Linsenhoff, will Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) den Prinzen nach dem Spiel offiziell empfangen. Der Prinz, der Regierungschef und die Dressurreiterin wollen dabei zunächst die Ställe und die aktuellen Linsenhoffschen Zuchterfolge besichtigen. Anschließend hat Protokollchef Dieter Beine einen «sportlich eleganten Sommerempfang» geplant. «Ganz leger: heller Anzug für die Herren und Sommerkostüm mit oder ohne Hut für die Damen - im Mittelpunkt steht das Gespräch», lautet die Kleiderordnung. Nur eins will der Protokoller auf keinen Fall sehen: Fußball-Krawatten. |