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Ballacks Wunderheilung - Kapitän meldet sich fit

München (dpa) - 09.06.2006, 09:24 Uhr

Michael Ballack vor dem Hotel in München.
Michael Ballack vor dem Hotel in München.

Das Verwirrspiel um den Einsatz von Michael Ballack im Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft hat eine überraschende Wendung genommen.

18 Stunden vor dem Anpfiff verkündete der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft über die «Bild»-Zeitung seine Einsatzbereitschaft für die Partie gegen Costa Rica heute um 18.00 Uhr in München. «Ich habe mich intensiv behandeln lassen. Ich fühle mich fit, spüre keine Schmerzen mehr. Ich will spielen», wird Ballack von dem Blatt zitiert.

Am späten Donnerstagabend hatte Ballack mit der Aussage überrascht: «Ich bin beschwerdefrei.» Dies habe er auch Bundestrainer Jürgen Klinsmann so mitgeteilt. «Ob er mich gegen Costa Rica spielen lässt, ist jetzt seine Entscheidung», sagte der seit einigen Tagen an einer Wadenverletzung laborierende Mittelfeldstar.

Klinsmann hatte auf der offiziellen Pressekonferenz des DFB den Ausfall des 29-Jährigen vermeldet: «Das Allerwichtigste ist voraus zu blicken. Wir hoffen, dass er zum zweiten Spiel zur Verfügung steht», erklärte der Bundestrainer.

Zum Abschlusstraining in der Münchner WM-Arena hatte Ballack gefehlt. Er absolvierte stattdessen eine spezielle Übungseinheit im Mannschaftshotel. Zuvor hatte die medizinische Abteilung des DFB noch eine Kernspin-Untersuchung der lädierten Wade veranlasst, die dabei jedoch keine schwerwiegende Schädigung aufzeigte.


Dennoch riet Franz Beckenbauer Bundestrainer Jürgen Klinsmann von einem Einsatz von Michael Ballack gegen Costa Rica abgeraten. Die Ballack-Blessur berge zu große Risiken. «Wadenverletzungen sind gefährlich. Man muss sehr vorsichtig sein. Wenn ihm jetzt etwas passiert, ist die WM für ihn gelaufen», sagte Beckenbauer im ZDF-Morgenmagazin. Die Mannschaft müsse im Auftaktmatch auch ohne Ballack bestehen können.

Ballack selbst hatte sich öffentlich dagegen verwahrt, dass er zu sorglos mit der Blessur umgegangen sei und Unterstützung von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff erhalten. «Er hat sich professionell verhalten. Die Anschuldigungen sind nicht angebracht», sagte Bierhoff. Die Spekulationen waren aufgekommen, nachdem Klinsmann bei der Pk vor der Abreise nach München davon gesprochen hatte, Ballack habe die Verletzung «unterschätzt».

Im mit 59 416 Zuschauern ausverkauften Münchner WM-Stadion trifft der Gastgeber zum WM-Auftakt auf Außenseiter Costa Rica. Vor dem Anpfiff wird Bundespräsident Horst Köhler die 18. Weltmeisterschaft offiziell eröffnen.

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