Buenos Aires (dpa) - 08.06.2006, 21:12 Uhr
Die «deutsche» Fußballauswahl hat die Kicker «Ecuadors» hinter Gefängnismauern hoch verdient mit 5:2 geschlagen und ist damit eine Runde weiter.
Das Spiel habe unter strengen Sicherheitsmaßnahmen mit Scharfschützen auf den Rängen stattgefunden, denn es handele sich um eine «Weltmeisterschaft» von Häftlingen in argentinischen Gefängnissen, teilte das Innenministerium der Provinz Buenos Aires weiter mit.
Insassen verschiedener Haftanstalten spielen dabei jeweils stellvertretend für die Teilnehmerländer der WM in Deutschland. Jeweils sieben Spieler in den Originaltrikots der WM-Länder treten für zwei Halbzeiten von jeweils 25 Minuten gegeneinander an. Das «deutsche» Team kommt aus dem Gefängnis Nummer 23 in der Stadt Florencia Varela.
«Polen» unterlag unterdessen «Costa Rica» und schied damit unter Anwendung des K.o.-Systems ebenso aus wie schon zuvor «Brasilien», das mit einem 0:2 an «Australien» scheiterte. Und «Gastgeber Argentinien» wurde von der «Elfenbeinküste» zurück in die Zellen befördert.
Bisher habe es keine besonderen Probleme mit Gewalt auf dem Rasen gegeben, sagte Natalia Zapata vom Innenministerium. Die meisten Teilnehmer seien Untersuchungshäftlinge und sowohl wegen sportlicher Leistungen als auch wegen guter Führung ausgewählt worden. Das Endspiel ist für die erste Juli-Hälfte vorgesehen. Dem Gefängnis-«Weltmeister» winkt aber nicht etwa die vorzeitige Haftentlassung, sondern ein Pokal und für jeden eine Medaille. Und für alle Gefängnisse soll es zur echten WM Kabelfernsehen geben.