FRAUENGESCHMACK: Claudia Effenberg mag den deutschen Nationalspieler Sebastian Schweinsteiger. «Er ist mein Lieblingsspieler und sehr sympathisch», sagte die 40-Jährige Ehefrau des Ex-Nationalspielers Stefan Effenberg in München am Rande einer Modenschau. Dass ihr Ehemann beim Turnier nicht mehr dabei sei, bedauere sie nicht. «So haben wir viel mehr Zeit füreinander. Deutschlands Titelchancen sieht sie optimistisch: «Wir werden Weltmeister, einfach weil ich mir das so wünsche». TRAURIGES DEUTSCHLAND: Der flämische Regisseur Luk Perceval weiß, woran es dem Fußball im WM-Land mangelt. «Was dem deutschen Fußball fehlt, ist Freude - und dem Theater auch», sagte er dem Theatermagazin «Die Deutsche Bühne». Das Magazin ließ den Hausregisseur der Berliner Schaubühne im Rededuell gegen Corny Littmann antreten, Hamburger Theaterdirektor und Präsident des FC St. Pauli. Littmann sieht Parallelen zwischen Theater und Fußball: «Dass es eine große Sehnsucht danach gibt, etwas in der Gemeinschaft zu erleben.» FEUER UND FLAMME: Die New Yorker Feuerwehr ist Feuer und Flamme für die WM. 15 Spritzenmänner aus der Metropole am East River reisen auf Einladung eines niederländischen Elektrokonzerns nach Deutschland, um zwei Spiele der USA-Mannschaft vor Ort zu verfolgen. Damit nicht genug: Die Feuerwehrmänner spielen auch selbst. Die Mannschaft des FDNY Soccer Clubs hat ihre deutschen Feuerwehr-Kollegen aus Hamburg und Berlin herausgefordert. HEIMSCHLÄFER: Mladen Krstajic fühlt sich im WM-Quartier von Serbien-Montenegro wie zu Hause. «Billerbeck ist meine Heimat», sagte der Abwehrspieler im Trainingslager in Westfalen. Im Hotel Weissenburg war er schon oft mit dem Bundesligisten FC Schalke 04 zu Gast. «Ich habe dasselbe Zimmer genommen, in dem ich sonst mit Schalke übernachtet habe», verriet Krstajic. Für Heimgefühle sorgte aus das Bier, das extra aus Serbien angeliefert wird. «Das brauche ich einfach. Das hat viele Vitamine», sagte Krstajic. Er bekannte, dass er täglich zwei Flaschen der Marke «Lav» trinkt: «Dafür trinke ich nie Cola.» URLAUB: 32 Jahre nach dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft sucht Uli Hoeneß beim erneuten Titelkampf in Deutschland das Weite. Nach dem Eröffnungsspiel am Freitag zwischen Deutschland und Costa Rica werde er erst einmal Ferien in Südfrankreich machen, sagte der Manager des FC Bayern München. «Es ist die einzige Möglichkeit überhaupt, Urlaub zu machen», betonte er. Sollte das deutsche Team erfolgreich spielen, werde er sofort wieder heimische Gefilde ansteuern: «Wenn Deutschland ins Viertel- oder Halbfinale kommt, bin ich wieder da.» KNIGGE FÜR KICKER: Die Jugendfußballer des 1. FC TSG Königstein fühlen sich schon wie die Weltmeister. Sie dürfen im Training der Brasilianer als Balljungen agieren, müssen aber streng die Regeln beachten: «Ball nur einrollen und nicht einwerfen, nicht auf den Rasen treten. Und zum Autogramme-Holen beim Abmarsch der Spieler aufstellen und höflich fragen», erklärte Marc-Philip Pfaff (18). Beliebtester Spieler der Balljungs ist Ersatztorwart Rogério Ceni vom FC Sao Paulo: Er fragt sie schon mal nach deutschen Ausdrücken und schreibt unermüdlich Autogramme. GEHEIMSPRACHE: Mit ihrer auf die indianischen Ureinwohner zurückgehenden Sprache Guaraní stellen Paraguays Fußball- Nationalspieler Trainer Aníbal Ruíz ins Abseits. Die Akteure des WM- Teilnehmers verständigen sich zumeist in Guaraní, das in Paraguay wie auch Spanisch Amtssprache ist. Der Uruguayer Ruíz ist dieser Indianer-Sprache nicht mächtig. «Ich spreche es nicht und verstehe nur wenig», gestand der 64-Jährige in Oberhaching. Kapitän Carlos Gamarra beruhigte den Coach: «Wir sprechen nur über Fußball.» NUMMER SECHS: Steve Cherundolo aus dem USA-Team muss möglicherweise mit freiem Oberkörper spielen. Grund: Seine Trikots mit der Nummer sechs werden dauernd als offizielle Gastgeschenke verteilt. Nachdem zunächst Norderstedts Oberbürgermeister Hans- Joachim Grote ein Exemplar erhalten hatte, wurde bei einem Senatsempfang in Hamburg auch Bürgermeister Ole von Beust dieses Leibchen überreicht. Einziges Unterscheidungsmerkmal: die aufgedruckten Namenszüge der Politiker. DAUMENDRÜCKEN: Russland fiebert auch ohne eigenes Team bei der Fußball-Weltmeisterschaft mit. Jeder zweite Russe wolle die TV- Übertragungen der Spiele aus Deutschland verfolgen, meldete die Agentur Interfax in Moskau unter Berufung auf eine Umfrage. Dabei wollten die Russen besonders die Daumen für Brasilien und das Nachbarland Ukraine mit Stürmerstar Andrej Schewtschenko drücken. Bei den Siegchancen setzten die Russen der Umfrage nach zu 21 Prozent auf Brasilien, zu 6 Prozent auf den Gastgeber Deutschland.
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