Frauen in der Männerdomäne Fußball - das war immer eine spannungsreiche Angelegenheit. Manchmal wirkt Merkel auch noch etwas verloren in dieser Männerwelt, obwohl sie sich schon in der DDR dafür interessiert hat. Sie weiß, dass man sich bei Reporterfragen entsetzlich blamieren kann - etwa wenn «frau» Mannschaften oder gar Namen verwechseln würde. Und entsprechend angestrengt antwortet sie dann an einigen Tagen auch: Nur keine Fehler machen. Mittlerweile haben es die deutschen Fußballerinnen den Männern aber nach- oder besser: vorgemacht, wie es mit dem Gewinn des Weltmeistertitel gehen kann. Das macht die Sache für «frau» leichter. Und Merkel nimmt diesen Ball auf und weist auch immer wieder mit leichter Ironie auf die jüngsten Erfolge der Frauen hin. Im Kabinett ist in den vergangenen Monaten durchaus über Fußball gefachsimpelt worden, auch hier aber anders als zu Zeiten des Männertrios Schröder-Fischer-Struck vor einigen Jahren. Über die Torwart-Frage zum Beispiel wurde gesprochen. Wobei eine Mehrheit der Ministerriege durchaus für Jens Lehmann optiert haben soll, wie man hört. Merkel selbst verfolgte die durchaus umstrittene WM-Linie von Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit Sympathie. «Von Kritik darf man sich nicht beeinflussen lassen», sagte sie im März aufmunternd, als Klinsmann mal wieder einmal nicht gerade Liebling aller Fußballfreunde im Lande war. In Klinsmann sieht sie einen Reformer, wie sie sich auch selbst versteht. Und berichtet wird auch, dass die Kanzlerin Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff durchaus mal eine SMS schreibt. Der Mannschaft würde sie wohl liebend gern zur Weltmeisterschaft gratulieren. Mit nichts ließe sich die Stimmung im Lande leichter verbessern.
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