Energie-Bändchen und Wunder-Wasser für DFB-Stars
Berlin (dpa) - 08.06.2006, 14:23 Uhr
Tim Borowski ist alternativen Methoden gegenüber aufgeschlossen.
Im Bemühen um ihre Top-Form und schnellere Genesung setzen die deutschen WM-Stars auch auf alternative Methoden. Zwar wird der medizinischen Betreuung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit zwei Orthopäden, einem Internisten, einem Psychologen und vier Physiotherapeuten von allen Seiten höchstes Niveau bescheinigt, dazu unterstützen vier Fitness-Trainer alle physischen Maßnahmen - dennoch vertrauen Michael Ballack und Co. zusätzlichen Hilfsmitteln wie Energie-Bändchen oder einem geheimnisvollen Wunder-Wasser. «Wir haben Top-Leute in unserer medizinischen Abteilung. Aber wenn ein Spieler hundert Prozent Vertrauen zu einem anderen Menschen hat, muss er es machen», sagte Top-Stürmer Miroslav Klose. Laut «Bild»-Zeitung soll Klose neben Kapitän Michael Ballack, Torsten Frings, Tim Borowski, Bernd Schneider, Robert Huth und Jens Lehmann die Dienste des Bio-Energetikers Kurt Schweinberger in Anspruch nehmen, der sich während der WM-Tage ein Haus in der Nähe des Mannschaftshotels im Berliner Grunewald angemietet habe. Jürgen Klinsmann weiß davon nichts. «Ich kenne die Person nicht», sagte der Bundestrainer am Tag vor dem WM-Eröffnungsspiel gegen Costa Rica. Der Therapeut vom Sternberger See soll seinen Klienten unter anderem ein Wasser verabreichen, das angeblich für eine richtige Energie-Balance im Körper sorgt.
Für die Stars geht es offenbar vor allem um das eigene Gefühl, alles Mögliche für eine Leistungs-Optimierung und die Überwindung von Verletzungen getan zu haben. «Wichtig ist, dass man immer wieder Abwechslung hat», begründete Klose den Hang zu alternativen Methoden. Klinsmann zeigt sich zwar tolerant: «Wir halten das ganz locker.» Auf der anderen Seite stellte er klar: «Für uns im Trainerstab zählt ganz allein die Meinung von Doktor Müller-Wohlfahrt und des medizinischen Stabes.» Orthopäde Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt arbeitet durchaus auch mit Behandlungs- und Vorsorgemethoden, die in der klassischen Schulmedizin nicht vorkommen. So bekamen die Spieler von ihm Armbänder, in der eine Mischung aus Titan eingearbeitet ist. Diese soll unter anderen mit für optimale Energie- und Flüssigkeitsströme insbesondere in der Muskulatur sorgen. Das schwarze Band ist in der Nationalelf weit verbreitet. Auch bei Verletzungen kommt Titan zum Einsatz, die Heilmethode kommt aus Japan.
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