DFB-Busfahrer Hochfellner fit für WM
Berlin (dpa) - 08.06.2006, 12:43 Uhr
Wolfgang Hochfellner steht vor dem offiziellen WM-Bus der deutschen Mannschaft.
Den Weg zum WM-Eröffnungsspiel bekommen Deutschlands Vorzeige-Fußballer noch mit Blaulicht freigemacht - am 9. Juli aber wollen sie gern im Stau stehen. «Ich will den Ku'damm ganz langsam runterfahren, mittendrin anhalten, die Türen aufmachen, den Schlüssel wegwerfen und dann mit den Spielern durch die Fan-Menge laufen. Das wäre der größte Traum», sagte Wolfgang Hochfellner, der Busfahrer des deutschen Teams. 50 000 Kilometer spult er Jahr für Jahr herunter. Am Donnerstag nahm der 53 Jahre alte Fahrer die Mannschaft in München in Empfang - am Freitag kutschiert er sie in einem fast 13 Meter langen Gefährt mit dem Schriftzug «Für Deutschland - durch Deutschland» in die Münchner WM-Arena. «Die Jungs spielen gut Fußball und ich versuche, gut Bus zu fahren», beschrieb Hochfellner seinen Teil im Erfolgs-Puzzle von Bundestrainer Jürgen Klinsmanns. Dass er dabei wie die Spieler im Extremfall bis ans Limit gehen muss, darauf ist er gut vorbereitet: Bei einem Sicherheitstraining für Busfahrer lotete er die Grenzen des über 400-PS-starken Gefährts bei einem Schleuderkurs aus.
Im Cockpit des High-Tech-Fahrzeugs mit dem Kennzeichen «B - WM 2006» muss er nicht nur schalten, lenken und bremsen. «Es gibt tausende Knöpfchen, die bedient werden müssen», erklärt der Auto- Freak, der noch von einem Hubschrauber-Führerschein träumt. Sein Bus ist eigentlich ein Etiketten-Schwindel: Außen steht der Name des offiziellen FIFA-Sponsors Hyundai drauf, innen ist Mercedes drin. Während Lukas Podolski oder Bastian Schweinsteiger ihre WM- Premiere erleben, bringt Hochfellner schon die Erfahrung vom Turnier vor vier Jahren mit; drei Mal war er bei einer EM dabei. «Dass ich irgendwann mal die Nationalmannschaft fahren kann, davon hab ich früher nie geträumt», sagt der 53-Jährige, der den Job durch den Bus- Betrieb der Eltern «in die Wiege gelegt» bekam. «Mein Traumberuf war es nicht, eigentlich wollte ich Landwirt werden.» Statt auf dem Acker ist er seit über zehn Jahren mit den Kickern der Nation unterwegs. |