Drei Viertel Wiesenrispe, ein Viertel Weidelgras
Berlin (dpa) - 08.06.2006, 12:19 Uhr
Ort des Finales: Der sattgrüne Rasen des Olympiastadions in Berlin.
Rund 75 Prozent Wiesenrispe (Poa pratensis) und 25 Prozent Weidelgras (Lolium perenne) - das ist die Formel für den Rasen, auf dem von Freitag an der Ball rollt. In allen zwölf Stadien wurde eigens für die Fußball-WM ein neues Spielfeld verlegt. Das Anforderungsprofil für den weltmeisterlichen Rasen: Guter Lauf des Balles, hohe Strapazierfähigkeit und eine satte grüne Farbe. Schon im Herbst 2004 klügelte das «Rasenkompetenzteam» gemeinsam mit der Deutschen Rasengesellschaft und dem Bundessortenamt die Mischung aus. Insgesamt 96 000 Quadratmeter haben die beiden Hersteller aus Südhessen und den Niederlanden geliefert. Die Kosten, immerhin rund 150 000 Euro pro Platz, mussten die Stadionbetreiber selbst tragen.
Das Erscheinungsbild ist vom Weltverband fest vorgegeben: Die Schnitthöhe beträgt 2,8 Zentimeter; für das Schnittmuster gibt es zwei zugelassene Varianten: parallele Quer- oder Längsstreifen, die jeweils durch Mähen in verschiedene Richtungen entstehen. Bevorzugt wird jedoch das Modell Querstreifen, auch um die Schiedsrichter zu unterstützen. Abseitsstellungen etwa sind so leichter zu erkennen. Die Haltbarkeit hängt stark vom Stadion ab. In den modernen Arenen, in denen die Pflanzen wenig Licht und Sauerstoff bekommen, muss der Rasen mehrmals im Jahr ausgetauscht werden. Anders in den als altmodisch geltenden Leichtathletik-Arenen, etwa dem Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion: Dort kann ein Rasen bei entsprechender Pflege gut und gerne zehn Jahre halten.
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