Die internationalen Top-Spieler der WM: David Beckham
08.06.2006, 10:24 Uhr
Wie immer gut in Schale betritt David Beckham deutschen Boden.
| Name: | David Robert Joseph Beckham | | Land: | England | | Verein: | Real Madrid (seit 2003) | | Vorherige Vereine: | Manchester United (1993-2003), 1995 kurz bei Preston North End | | Position: | Mittelfeld | | Geburtsdatum: | 2. Mai 1975 | | Geburtsort: | Leytonstone | | Größe: | 1,82 m | | Gewicht: | 74 kg | | Familie: | verheiratet, drei Kinder |
Himmel oder Hölle, Leitwolf oder Leidfigur - für David Beckham beginnt in Deutschland die schwierigste Mission seiner Laufbahn. Fußball-England erwartet bei der Weltmeisterschaft von dem 31 Jahre alten Kapitän das Ende der 40 Jahre langen Titeltristesse. Beckham will eine Rechnung mit der Öffentlichkeit begleichen und endlich die schwarzen Flecke ausradieren, die seit acht Jahren Schatten auf sein schillerndes Fußball-Leben werfen. Trainer Sven- Göran Eriksson weiß: «David ist richtig heiß auf die WM.» «Wir haben die beste Mannschaft und die besten Spieler seit zehn Jahren. Ich glaube, wir können Weltmeister werden. Das Team ist stark, der Glaube groß - wir sind bereit», hat Beckham den englischen Fans vollmundig versprochen. Sein 90. Länderspiel-Einsatz beim WM-Start gegen Paraguay ist nicht in Gefahr. Die Verletzung am rechten Knöchel ist ausgeheilt. Seit dem 30. Juni 1998, dem Tag des WM-Achtelfinals gegen Argentinien in St. Etienne, haftet Beckham der Makel an, schuld zu sein an Misserfolgen. Nach einem dummen Revanchefoul an Diego Simone musste er in der 47. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. England schied im Elfmeterschießen aus. «No one wants you Beck» (Keiner will dich zurück - keiner will dich, Beckham). Mit einem Wortspiel brachte das Massenblatt «The Sun» die damalige Stimmung zum Ausdruck. Der «wehleidige Schönling» war der meistgehasste Engländer. Man genoss «Becks» Sündenfall, denn sein rasanter Aufstieg zum Fußball-Millionär und glitzernden «Spice Boy» passte nicht in die Welt der Yellow Press. Sie reagierte mit Hohn und Spott auf den Absturz des Emporkömmlings.
Beckham überstand die Schmutzkampagnen der Boulevardpresse, doch das Image als Sündenbock wurde er nicht mehr los. Für das blamable Vorrunden-Aus bei der EURO 2000 wurde er ebenso mit zur Verantwortung gezogen wie für den Viertelfinal-K.o. gegen den späteren Weltmeister Brasilien bei der WM 2002. Der 6. Oktober 2001 hatte daran nichts ändern können, obwohl er mit seinem entscheidenden Tor gegen Griechenland England in letzter Minute zur WM nach Fernost schoss. Beckhams Hoffnungen, bei der EURO 2004 die Öffentlichkeit milde stimmen zu können, erfüllten sich nicht. Beim Vorrundenauftakt gegen Frankreich verschoss er einen Elfmeter - der Titelverteidiger gewann mit 2:1. Im Viertelfinale gegen Gastgeber Portugal versagten ihm im Elfmeterschießen wieder die Nerven. England schied aus, und die Boulevardpresse verhöhnte den Kapitän als «Bananen»-Beckham, weil er vor seinem Fehlschuss wie auf einer Banane ausgerutscht war. Trainer Eriksson hat inzwischen reagiert und Frank Lampard (FC Chelsea) zum Strafstoßschützen Nummer eins bestimmt. |
Für Medien, Werbeindustrie und Beckham selbst ist die Story vom gefallenen Engel ein Glücksfall. Mit einem jährliches Einkommen von schätzungsweise 25 Millionen Euro ist er einer der am besten verdienenden Fußballer der Welt, sein Vermögen wird auf 111 Millionen Euro taxiert. Eine perfekt geschmierte PR-Maschine und Ehefrau Victoria, das ehemalige «Spice Girl», haben Beckham zum Pop-Star des Fußballs, zur Mode-Ikone und Vorbild für modernen Life-Style gemacht. (Stand: Juni 2006)
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