Bei adidas bestehen die Sohlen des Topmodells «Predator» aus hochelastischen Polymeren und der Aufbau aus Synthetik-Leder. «Die Schuhe vereinen hohe Steifigkeit mit einem besonders geringem Gewicht und belasten die Achillessehne kaum», betont Lang. Seit 1997 werden die Schuhe mit einem Ballschuss-Roboter auf den jeweiligen, aus adidas-Produktion stammenden, WM-Ball getestet. «Wir wären ja dumm, wenn wir unsere Produkte nicht aufeinander abstimmen würden.» Diese Möglichkeit hat adidas-Konkurrent Puma nicht. Dafür rühmt sich Puma, den leichtesten aller Schuhe im Angebot zu haben. Der Profischuh mit dem kryptischen Namen «v1.06» besteht aus Polyamidfasern und soll lediglich 109 Gramm auf die Waage bringen. «Damit kommt der Spieler schneller an den Ball», sagte Puma-Chef Jochen Zeitz vor einigen Monaten bei der Präsentation des neuen Spitzenmodells. «Die Schuhproduktion heute hat nichts mehr mit dem Schusterhandwerk von einst zu tun», erläutert Puma-Werbeleiter Helmut Fischer. Die Evolution ging im Lauf der Jahrzehnte weg vom Leder, hin zum Kevlar und später zum Kunstleder, dem so genannten Pittards- Leder. Es wird noch heute verwendet, ist fester und geschmeidiger als Leder und nimmt kein Wasser auf. Lederschuhe stellt Puma inzwischen überhaupt nicht mehr her, betont Fischer. Zwar seien Lederschuhe haltbarer als Synthetische und die meisten Fußballplätze der Republik nehmen sich gegen die gepflegten Rasenteppiche in den WM-Stadien eher wie frisch gepflügte Äcker aus, doch auch Fußballer gehen mit der Mode: «Die Jungs wollen eben genau die Schuhe, die auch die Stars tragen», unterstreicht Fischer. Einige Entwicklungen führten aber auch ins sportliche Abseits. Als Spieler testete Franz Beckenbauer für adidas Schuhe mit Spitzen aus Haifischhaut: Die sollten sich in den Bällen festkrallen und die Ballführung erleichtern. Doch das Leder wirkte wie Schmirgelpapier und ruinierte im Nu die Bälle.
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