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Deutsche WM-Auftaktspiele: Nicht immer glanzvoll

Berlin (dpa) - 07.06.2006, 11:28 Uhr

Miroslav Klose (r) feiert 2002 ein Tor gegen Sausi-Arabien mit einem Salto.
Miroslav Klose (r) feiert 2002 ein Tor gegen Sausi-Arabien mit einem Salto.

Meist erfolgreich, doch nicht immer glanzvoll: Die deutschen Auftaktspiele bei Fußball-Weltmeisterschaften waren oft Appetithappen für einen erfolgreichen Turnierverlauf, boten aber auch Magerkost.

Von ihren 15 Ouvertüren seit 1934 gewannen die Deutschen zehn und verloren nur eine. Die Siege verschafften Erleichterung, waren aber nicht immer die Basis für späteren Erfolg. Die Bandbreite reicht vom 8:0-Torfestival vor vier Jahren in Japan gegen Saudi-Arabien bis zur blamablen 1:2-Pleite 1982 in Spanien gegen Algerien.

Ein klarer Sieg, wie ihn sich das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann gegen Costa Rica erhofft, war jedoch immer das Startsignal für einen großen WM-Auftritt. Beflügelt von 4:1-Erfolgen gegen die Türkei beziehungsweise Jugoslawien errang die deutsche Auswahl 1954 und 1990 zwei ihrer drei WM-Triumphe. «Vor einem Eröffnungsspiel gibt es immer Fragezeichen, wie aus der Geschichte hervorgeht. Wir wollen mit einem Dreier ins Turnier starten», sagte Klinsmann. Optimistisch geht auch der Berliner Arne Friedrich den Ernstfall an. «Ich bin überzeugt, dass wir gegen Costa Rica sehr erfolgreich sein werden», versicherte der Rechtsverteidiger.

Erstmals seit 36 Jahren darf in München mit dem Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wieder der WM-Gastgeber das Turnier eröffnen. Von 1974 an war dieses Privileg dem Weltmeister vorbehalten gewesen, der dem Druck freilich nicht immer gewachsen war. Gleich zwei Mal - 1982 beim 0:1 gegen Spanien und 1990 beim 0:1 gegen Kamerun - scheiterte Argentinien als Titelverteidiger kläglich, vor vier Jahren wurde Frankreich beim 0:1 gegen Senegal eiskalt erwischt.

Die Geschichte deutscher WM-Auftaktspiele beginnt 1934 in Italien mit einem munteren Torreigen. Edmund Conen war dreifacher Torschütze beim 5:2 gegen Belgien, mit dem das Team von Reichstrainer Otto Nerz den Grundstein zum Erreichen des dritten Platzes legte. Vier Jahre später in Frankreich musste Nachfolger Sepp Herberger nach der Annektierung Österreichs eine «großdeutsche Mannschaft» aufbieten, in der die Mischung nicht stimmte. Nach einem 1:1 zum Turnierstart gegen die Schweiz bedeutete ein 2:4 im Wiederholungsspiel das Aus.


Nach der durch den Zweiten Weltkrieg bedingten Zwangspause meldeten sich die Deutschen 1954 in der Schweiz eindrucksvoll zurück. Das 4:1 gegen die Türkei legte die Basis für das «Wunder von Bern». Vier Jahre später startete die DFB-Elf mit dem reaktivierten Fritz Walter in Schweden mit einem 3:1 gegen Argentinien. Am Ende reichte es zu Platz vier. Beim Turnier 1962 in Chile deutete sich der Viertelfinal-K.o. einer im Umbruch befindlichen Mannschaft mit dem 0:0 gegen Italiens «Catenaccio» bereits im ersten Spiel an.

1966 in England begann das Team um Uwe Seeler und Franz Beckenbauer mit einem 5:0 gegen die Schweiz und wurde schließlich erst im Finale von England gestoppt. Der 2:1-Zittersieg vier Jahre später in Mexiko gegen Marokko leitete die Ära der von Lampenfieber und Versagensängsten geprägten deutschen Eröffnungsspiele ein. Bei der Heim-WM wurde der spätere Weltmeister zum Turnier-Auftakt durch einen Sonntagsschuss von Paul Breitner zum 1:0 gegen Chile erlöst. 1978 in Argentinien quälte sich das letztmals von Helmut Schön trainierte Team zu einem 0:0 gegen Polen, dem in der Zwischenrunde das deprimierende 2:3 gegen Österreich folgte.

Der Tiefpunkt deutscher Startspiele wurde in Spanien erreicht. Vor der Partie gegen Algerien hatte Bundestrainer Jupp Derwall vollmundig angekündigt, bei einer Niederlage gegen Algerien würde er freiwillig mit dem Zug zurück nach Dudweiler fahren, nach dem peinlichen 1:2 blieb er freilich im Quartier. Auch Franz Beckenbauer hatte 1986 in Mexiko mit dem 1:1 gegen Uruguay als Teamchef keinen WM-Einstand nach Maß. Dennoch reichte es wie vier Jahre zuvor zum Final-Einzug. 1990 in Italien war Lothar Matthäus überragender Mann beim 4:1 gegen Jugoslawien, dem ersten Schritt zum dritten Titel.

Überaus holprig mit einem 1:0 gegen Bolivien begann 1994 in den USA das erste WM-Turnier unter der Regie von Berti Vogts, für dessen Team ebenso im Viertelfinale Endstation war wie vier Jahre später in Frankreich. Im Auftaktspiel in Paris hatten Andreas Möller und Jürgen Klinsmann für ein 2:0 gegen die USA gesorgt. Mit dem 8:0 gegen Saudi-Arabien und drei Toren von Miroslav Klose verzeichnete die Mannschaft von Rudi Völler 2002 einen traumhaften Turnier-Einstand.

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