Sein Faible kann er selbst nicht so recht erklären. «Ohne Fußball kann ich nicht sein», sagt er. «Ich bin einfach nur stolz, Spanien unterstützen zu dürfen.» Dabei hat die Selección eigentlich wenig Anhänger, denn die spanischen Fans begeistern sich eher für den FC Barcelona oder Real Madrid. Manolo sah Generationen von Nationalspielern und Trainern kommen und gehen. Seit 1982 verpasste er keine WM, auch wenn an der Fußball-Leidenschaft seine Familie zerbrach. «Manolo, der Fußball oder ich», stellte ihn seine Frau in den 80er Jahren vor die Wahl. Als er von einem Länderspiel aus Österreich heimkehrte, fand er eine ausgeräumte Wohnung vor. Seine Frau und die vier Kinder hatten ihn sitzen lassen. Auch seine zweite Frau verließ ihn später. «Ich lebe wohl besser allein», lautet seine Schlussfolgerung. Manolo lebt vor allem von seiner Kneipe, die er in Valencia gleich neben dem Mestalla-Stadion betreibt und die mit den vielen Fotos einem Fußballmuseum gleicht. Nebenbei verkauft er Fanartikel wie Nachbildungen seiner Baskenmütze oder der Pauke. Für die WM wird er sein Lokal für mehrere Wochen schließen. «Unter dem Strich wird mich die WM 4000 bis 5000 Euro kosten», schätzt er. Der spanische Fußballverband RFEF nimmt ihn zwar im Flugzeug mit nach Deutschland, aber für die Unterkunft und die Reisen zwischen den Spielorten kommt er selbst auf. Seine Berühmtheit hat auch einen Vorteil. Manolo kann seine Pauke trotz aller Sicherheitsvorkehrungen mit in die WM-Arenen nehmen. «Wenn ein Ordner im Überreifer mal Einwände erhebt, wird das Problem mit Hilfe der Verantwortlichen sofort aus der Welt geschafft», weiß Manolo zu berichten. «Mich kennt doch jeder.»
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