Als freiwilliger Helfer bei der WM - «Einmalig»
Koblenz (dpa) - 06.06.2006, 10:21 Uhr
Werner Rosenbaum ist bei der WM als freiwilliger Helfer dabei.
Um bei der WM hautnah dabei sein zu können, nimmt Werner Rosenbaum einiges in Kauf. Der 58-Jährige aus Koblenz- Bubenheim wird als freiwilliger WM-Helfer fast den ganzen Juni über im Schichtdienst in Köln arbeiten - unentgeltlich. Die Schichten wechseln - mal von morgens bis nachmittags, mal von nachmittags bis nachts. Nach Köln fährt er mit dem eigenen Auto, vielleicht mietet er sich dort noch ein Zimmer - auch dieser Aufwand wird nicht erstattet. Doch Rosenbaum ist darüber nicht böse: «Bei der WM als freiwilliger Helfer dabei zu sein, das ist mit Geld nicht zu bezahlen.» Rosenbaum gehört zu den rund 15 000 Volunteers (freiwillige Helfer), die während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland Gäste aus aller Welt empfangen, sie fahren, Fragen beantworten und ihnen helfen, wenn es Probleme gibt. Für den fußballbegeisterten 58-Jährigen ist das die Gelegenheit, das Mega-Ereignis Fußball-WM hautnah zu erleben und sich auch noch nützlich zu machen: «Ich bin knatschgeckisch drauf», gibt der frühere Torwart des Ballsportclubs Güls im schönsten «Kowelenzer Platt» zu. «So was erlebt man nur ein Mal.»
Er ist auch ein wenig stolz darauf, aus bundesweit rund 50 000 Bewerbern ausgewählt worden zu sein. Die «lachenden Gesichter der WM» nennt das WM-Organisationskomitee (OK) die Volunteers. Die Frauen und Männer hinter den Kulissen sollen Freundlichkeit, Kompetenz und Hilfsbereitschaft vermitteln und den internationalen Gästen das Gefühl geben, dass sie gut aufgehoben sind. Rosenbaum erfüllt alle Voraussetzungen: So lange er zurückdenken kann, begeistert er sich für Fußball; er kennt seinen Einsatzort Köln wie seine Westentasche; und er spricht fließend Englisch. Der Tatkraft ausstrahlende Rheinländer wird während der WM im Fahrdienst eingesetzt: OK- und FIFA-Delegationen zwischen Flughafen, Hotel und dem Stadion hin- und herfahren, eventuell auch Mannschaftsbusse begleiten. Wird er dann überhaupt Zeit haben, die Spiele zu sehen? «In unserem Hauptquartier Hyatt-Hotel und im Aufenthaltsraum am Stadion sind Großbildschirme», beruhigt sich der WM-Fan. |