Metzelder wärmte WM-Betten vor
Berlin (dpa) - 05.06.2006, 15:22 Uhr
Christoph Metzelder kommt ins Schlosshotel Grunewald in Berlin.
Christoph Metzelder konnte es gar nicht abwarten und wärmte schon mal die WM-Betten vor. Der Dortmunder hatte wie ein Großteil der Betreuer schon die erste Nacht hinter sich, als seine 22 Teamkollegen im noblen Berliner «Schlosshotel im Grunewald» ihre Zimmer bezogen. Trotz eines weiträumigen Sperrbezirks, der sogar von einer Nachstreife gesichert wird, sollen die Kicker der Nation nicht nur die Hotel-Oase genießen, sondern auch in das pralle WM-Leben der Hauptstadt eintauchen können - und das am besten über einen Monat lang. «Die Spieler werden sich hier wohl fühlen und wir hoffen, dass wir bis zum 10. Juli da sind. Berlin ist eine wundervolle Stadt, die viel Energie und Ausstrahlung hat», sagte Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach der Zusammenkunft seines Kaders. Das Schlosshotel soll ein Intimbereich bleiben. Dagegen nutzt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Bühne im Internationalen Kongress Zentrum, um sich als WM-Gastgeber der Welt zu präsentieren. Live flimmerten gleich die Bilder von der ersten Pressekonferenz mit Klinsmann in die deutschen Haushalte. Das Medienzentrum, wo der DFB Hausrecht hat, ist praktisch eine FIFA-freie Zone: Hier werden die eigenen Sponsoren und nicht die des Weltverbandes ins rechte Bild gesetzt. Ein Hinweis auf die FIFA-WM fehlt sogar ganz auf dem 3000 Quadratmeter großen High-Tech-Areal.
Klinsmann, der das Medienzentrum bei einem Rundgang inspizierte, und Lokalmatador Arne Friedrich traten als erste Team-Mitglieder vor die rund 250 Journalisten - bis zu 600 werden an Spitzentagen erwartet. Vor dem DFB-Hotel harrten unterdessen rund 200 Reporter und Fans aus; viele der Anhänger mit Deutschland-Fahnen. Zwar mussten sich die Schaulustigen zahlreichen Kontrollen stellen, aber sie konnten schließlich zumindest vom Hoteltor aus einen flüchtigen Blick auf ihre Lieblinge erhaschen. Autogramme gab es aber nicht - auch Frühankömmlinge wie Jens Lehmann oder Oliver Neuville verschwanden gleich in der Fünf-Sterne-Herberge. Die Brahmsstraße 10 in Berlin ist für die kommenden Wochen eine der ersten Adressen in Deutschland. Es herrscht Sicherheitsstufe 1 rund um das Hotel, in dem der DFB-Tross auf drei Etagen alle 54 Zimmer bewohnt. Um die Nachbarn für Erschwernisse beim Erreichen der eigenen Villen zu besänftigen - sie benötigen dafür eine Vignette - lud Team-Manager Oliver Bierhoff sie zu einem Grillabend ein. Auch wenn das Hotel, das von einem Innenarchitekten extra noch etwas auf jugendlich getrimmt wurde, alle Annehmlichkeiten bieten soll, steht Arne Friedrich bei seinen Teamkollegen als Reiseführer und Tippgeber hoch im Kurs. Der Berliner kennt sich aus bei den einschlägigen In-Discos und Restaurants. «Da ist schon das eine oder andere Mal drüber gesprochen worden», berichtete der 27-Jährige, der die deutschen Reporter aber nicht in seine Tipps einweihen wollte. «Wenn ich das verraten würde, gäbe es Ärger mit den Kollegen.» Dem Berliner WM-Fieber will sich die deutsche Auswahl in der Ruhe-Oase Grunewald ganz bewusst entziehen können. «Wichtig ist, dass alle wissen: Wenn die Tür zu ist, ist sie zu», bekräftigte Klinsmann.
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