Aber selbst für die Tourismusindustrie lief nicht alles rund. Einen Dämpfer mussten Berliner Tourismusbranche und Hotellerie hinnehmen: In der Hauptstadt hatte der Fußball-Weltverband FIFA kurzerhand 5000 der 8000 für die WM geblockten Zimmer zurückgegeben. Und auch an anderen Spielorten wurden die Kontingente nicht wie erhofft genutzt. Dennoch wird in Deutschland noch fest mit insgesamt 5,5 Millionen zusätzlichen Übernachtungen durch die WM gerechnet. Großbanken haben berechnet, dass eine WM genauso wie Olympische Spiele nur minimale Auswirkungen auf große Volkswirtschaften hat. Volkswirte schätzen den Beitrag zum Konjunkturwachstum zwischen nahezu Null und 0,25 Prozentpunkten ein. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag erwartet beim Bruttoinlandsprodukt 2006 einen WM- Aufschlag von 0,33 Prozentpunkten. Insgesamt setzt jedes sechste Unternehmen auf positive Effekte, wie eine Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ergab. Rund um die zwölf Spielorte ist es sogar jedes fünfte. Am Arbeitsmarkt gilt eine kräftige Belebung bei allem Optimismus indes als unwahrscheinlich. Während der WM dürften 60 000 zusätzliche Stellen entstehen, schätzt die Bundesagentur für Arbeit. Davon könnte die Hälfte von längerer Dauer sein. «Die WM 2006 ist kein Wundermittel, das alles richten kann», sagte Volkswirt David Milleker von der Dresdner Bank. «Wir reden über einen Tropfen auf den heißen Stein.» Jens-Uwe Wächter von der DekaBank hofft auf einen Wohlfühlfaktor, der generell zu einer guten Stimmung in Deutschland beitragen» kann. «Und das ist eine ganze Menge.»
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