Der Fußball macht «Germans» sympathisch
London (dpa) - 05.06.2006, 10:50 Uhr
Claudia Schiffer wird in Cannes abgelichtet.
Claudia Schiffer räkelt sich in London unter einer deutschen Flagge. «Invest in Germany, boys», steht daneben. Den «Boys» in Nadelstreifen, die in der U-Bahn-Station Bank im Finanzdistrikt ankommen, gefällt das Poster. Model-Kollegin Heidi Klum geht im Einsatz für Germany noch weiter: Für ein britisches Magazin-Cover posiert sie nackt - bis auf die Pantoffeln, jeweils in den britischen und deutschen Farben. Zur Fußball-WM präsentiert sich Deutschland an der Themse von seinen schönsten Seiten. Und, Fußball sei dank, das Deutschland-Bild der Briten scheint sich zum Besseren zu wenden. Die Grundstimmung der Kommentare in den britischen Medien ist derzeit so weitgehend positiv wie noch nie. «Vorsprung durch Football» überschreibt die «Times» einen Kommentar, in dem sie Deutschland bescheinigt, gut sechs Jahrzehnte nach dem Kriegsende endlich bereit zu sein für ein «rebranding», für ein neues internationales Markenimage als Land und als Volk.
Claudia Schiffer hilft nach Kräften mit, daran zu arbeiten. «Es ist an der Zeit, die Klischees von Deutschland über Bord zu werfen», sagt die in London lebende Schönheit der Zeitung in einem Interview. «Wir sollten zeigen, dass Deutsche wirklich Sinn für Humor und Gespür für Kreativität haben.» Daran arbeiten derzeit sogar die Verkäufer und Dekorateure des bekanntesten britischen Luxuskaufhauses fleißig mit. «Harrods» im Nobel-Viertel Knightsbridge erstrahlt seit dem Pfingstwochenende im Glanz deutscher Edelprodukte. Sämtliche Frontschaufenster und wichtige Treffpunkte innerhalb des traditionsreichen Hauses sind nach dem Motto «German by Desgin» mit Marken gestaltet, die sich allerdings auch viele Deutsche nicht so leicht leisten können: Maybach, Boss, Glashütte, Escada, DaimlerChrysler, Lagerfeld - um nur einige zu nennen. |