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Claudia Schiffer wirbt für Deutschland

London (dpa) - 03.06.2006, 11:30 Uhr

Claudia Schiffer wird in Cannes abgelichtet.
Claudia Schiffer wird in Cannes abgelichtet.

Das deutsche Topmodel Claudia Schiffer (35) hat die Briten unmittelbar vor der Fußball-WM aufgefordert, überkommene Vorstellungen von Deutschland über Bord zu werfen.

«Es ist an der Zeit, die Klischees von Deutschland zu beenden», sagte Schiffer der «Times». «Wir sollten zeigen, dass Deutsche wirklich Sinn für Humor und Gespür für Kreativität haben», fügte das erfolgreichste deutsche Model hinzu. Schiffer ist die «Frontfrau» der bislang ambitioniertesten internationalen Werbeaktion für Deutschland als Investitionsstandort. Die Image- und Standortkampagne «Deutschland - Land der Ideen» wird am 5. Juni offiziell in London vorgestellt. Dazu wird die U-Bahnstation Bank im Finanzdistrikt der britischen Hauptstadt ganz in verschiedene Claudia-Schiffer-Poster gehüllt.

Auf einem ist die Laufsteg-Schönheit nur mit einer deutschen Flagge bekleidet zu sehen, wie die «Times» hervorhob. Ähnlich sollen auch prominente U-Bahn-Stationen in New York und Tokio komplett mit Plakaten des deutschen Models ausgestattet werden. Zudem will sich Schiffer bei Pressekonferenzen und in Einzelinterviews für ein besseres Verständnis des heutigen Deutschland einsetzen.

Die Bundesrepublik präsentiere sich durchaus nicht zu Unrecht als ein Land voller Humor, Mode, Eleganz und Leichtigkeit, bemerkte die «Times» in einem redaktionellen Kommentar. «Die Fußballweltmeisterschaft offeriert der Lokomotive der europäischen Wirtschaft eine beispiellose Chance, alte Klischees zu beerdigen und Deutschland als dynamisches, ungezwungenes und heiteres Land herauszustellen.»

Dennoch leide Deutschland immer noch unter dem Negativ-Image, das durch die Verbrechen in der Nazi-Zeit entstanden sei. Die Überwindung der damit verbundenen Klischees werde allerdings auch dadurch behindert, dass es in Ländern wie Großbritannien immer noch eine «unersättliche Nazi-Faszination» gebe. Repräsentanten Deutschlands empfiehlt die «Times», dies nicht mehr allzu ernst zu nehmen. Sie würden bei Anspielungen auf die Nazi-Vergangenheit oft «überreagieren und damit auf die Köder hereinfallen, die ihnen frotzelnde Medien hinhalten».


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