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DFB beantragte Soldaten für freie Plätze

Berlin (dpa) - 02.06.2006, 16:14 Uhr

Deutsche Soldaten 2002 beim Freundschaftsspiel Bosnien Herzegowina gegen Deutschland.
Deutsche Soldaten 2002 beim Freundschaftsspiel Bosnien Herzegowina gegen Deutschland.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat im April beim Verteidigungsministerium beantragt, leere Sitzplätze bei WM-Spielen kurzfristig mit Soldaten zu besetzen.

Einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» bestätigte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin. Die Bundeswehr hätte den Antrag nicht genehmigt, er wurde vor wenigen Tagen vom DFB zurückgezogen. «Die Frage stellt sich nicht mehr», sagte der Ministeriumssprecher.

Dies bestätigte auch der Sprecher des WM-Organisationskomitees, Jens Grittner. «Es gab die verschiedendsten Ideen, wie man die leeren Ränge füllen könnte, darunter unter anderem auch die Überlegung mit Volunteers», sagte er der dpa. Das OK sei optimistisch, «dass wir bei der WM vollbesetzte Stadien haben».

Die Bundeswehr hätte Soldaten auf keinen Fall befohlen, leere Ränge in Stadien aufzufüllen, sagte der Ministeriumssprecher. Allenfalls hätte der Veranstalter Freikarten an Soldaten als Anerkennung für die Unterstützung der Bundeswehr während der Fußball-WM vergeben können, die dann in Zivil und in ihrer Freizeit zum Spiel hätten gehen können. Die Bundeswehr sichert die WM mit insgesamt 7000 Soldaten.

Der «Spiegel» schreibt, Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sei die Idee, Soldaten in Zivil zu Tausenden auf freie Sitze zu verteilen, erstmals Mitte April während eines Besuchs beim DFB in Frankfurt am Main vorgetragen worden. Die Militärführung habe aber darauf beharrt, dienstlich ins Stadion befohlene Truppen müssten Uniform tragen. Das wiederum habe die FIFA nicht gewollt.


Die Idee sei jetzt verworfen worden. Das Organisationskomitee habe dem Ministerium vor wenigen Tagen per E-Mail mitgeteilt, es bestehe nun doch kein Bedarf mehr für Truppen in Zivil. Die gewünschten «zusätzlichen Unterstützungsleistungen» der Bundeswehr, seien «nicht mehr erforderlich», heiße es in einem internen Vermerk des Ministeriums vom vergangenen Mittwoch.

Um Randale am Spielfeldrand vorzubeugen, hätten die Organisatoren ursprünglich die untersten Sitzreihen mit Soldaten füllen wollen. Diese sollen nun andere «vertrauenswürdige Personen» wie Hilfskräfte und Funktionäre besetzen, schreibt das Magazin.

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