Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft haben große Brauereien so viel Bier wie nie verkauft. Mit knapp 600 000 Hektolitern erreichte die zweitgrößte deutsche Privatbrauerei Krombacher im Mai das beste Monatsergebnis der Brauereigeschichte.
Auch Veltins hatte mit rund 270 000 Hektolitern im Mai ein Allzeit-Monatshoch. «Gastronomen und Endverbraucher scheinen sich zu bevorraten», sagte Veltins-Sprecher Ulrich Biene. In den WM-Stadien und bei FIFA-Festen werden die Fußball-Fans allerdings vom FIFA-WM-Sponsor Anheuser-Busch (USA) und dessen Partner Bitburger Brauerei versorgt. Die Bierversorgung während der WM sehen die Brauereien als gesichert an. Notfalls könne man kurzfristig reagieren und mehr abfüllen.
«Das ist der Jahresausstoß einer mittleren Brauerei», kommentierte Krombacher-Sprecher Franz-Josef Weihrauch die Mai-Zahlen. Auch die Warsteiner Brauerei ist mit dem Monatsergebnis vor der Weltmeisterschaft zufrieden. Zahlen wurden dort nicht genannt. Über die Ursachen für das gute Geschäft könne man nur spekulieren, aber es liege nahe, dass es mit der WM zusammenhänge, sagte Sprecher Christoph Hermes.
Jetzt hoffen die Brauer nicht nur auf besseres Wetter und einen Temperaturanstieg, sondern auch auf ein gutes Abschneiden der Deutschen Nationalelf. Dann werde sich der positive Trend fortsetzen, sind sich die Brauerei-Sprecher einig. Krombacher führt das Rekordergebnis auch auf die Spenden-Aktion zurück, bei der bereits zwei Millionen Euro zusammengekommen seien. «Es war offenbar die richtige Entscheidung bei der Werbung nicht auf die Fußball-Weltmeisterschaft zu setzen, weil die Verbraucher mit WM-Marketing überfüttert werden», sagte Weihrauch. Diese Einschätzung bestätigte auch der Veltins-Sprecher: «Es gibt eine Reizüberflutung durch Fußball. Fußball-Werbung wird nicht zwingend als positiv angesehen.»