Feuerwehr macht Lahm fit - Ballack: Philipp brennt
Düsseldorf (dpa) - 01.06.2006, 14:56 Uhr
Philipp Lahm hat sich nach seiner Verletzung schnell wieder fit gemacht.
Auch dank der Feuerwehr steht Fußball- Nationalspieler Philipp Lahm schon 16 Tage nach seiner Ellbogen- Operation vor dem erhofften Comeback in der deutschen Nationalelf. «Es geht so gut, dass ich spielen kann», vermeldete der linke Abwehrspieler des FC Bayern nach dem letzten bestandenen Härtetest im Abschlusstraining für die WM-Generalprobe gegen Kolumbien. Dabei soll Lahm seine reservierte Rolle in der Problemzone des DFB-Teams wieder einnehmen und für Stabilität sorgen. Zwar konnte der 22 Jahre alte Profi nach einem speziellen Aufbau- Programm wieder «voll mittrainieren» und fühlt sich «topfit», doch ein Rest-Risiko bleibt. «Ich darf nicht auf die ausgestreckte Hand fallen», bemerkte Lahm und erzählte von der ungewöhnlichen Hilfe der Schweizer Brandbekämpfer: «Wir haben im Trainingslager in Genf von der Feuerwehr eine dicke Matte für Fallübungen bekommen.» Darauf hatte er dann immer wieder den «Ernst-Fall» geprobt. Auch alle anderen Übungen absolvierte der WM-Neuling mit großem Eifer. «Philipp brennt», berichtete Kapitän Michael Ballack passend in der Feuerwehr-Sprache.
Zweieinhalb Wochen nach der Band- und Sehnenverletzung im Ellbogen aus dem Freundschaftsspiel gegen den FSV Luckenwalde sind die Chancen auf einen Einsatz im ersten WM-Spiel am 9. Juni gegen Costa Rica damit deutlich gestiegen. Mit einer maßgefertigten Spezialschiene, mit der er das Gelenk zwischen 30 und 90 Grad beugen kann, darf er eingesetzt werden. Allerdings muss der Schiedsrichter den Schutz, den Lahm über die komplette Weltmeisterschaft tragen muss, vor jedem Spiel genehmigen. Einen Testlauf gab es für die Manschette beim Japan-Spiel: Der griechische Unparteiische Kyros Vassaras hätte sie zugelassen. Viel Zuspruch erhielt Pechvogel Lahm, der im vergangenen Jahr wegen eines Fußbruches und Kreuzbandrisses ausgefallen war, von vielen Teamkollegen und dabei auch von Konkurrent Marcell Jansen. Der Mönchengladbacher hatte zuletzt Lahms Platz auf der linken Abwehrseite eingenommen. «Es freut mich, dass es so schnell geht bei Philipp», sagte Jansen: «Der Bessere soll spielen.» «Wenn ich zu alter Form finde, dann werde ich auch spielen», zeigte sich der Münchner trotz der Zwangspause zuversichtlich und hofft, dass die Schiene möglicherweise zu seinem neuen Glücksbringer wird. «Vielleicht spiele ich jetzt ein Leben lang mit der Schiene, wenn es gut läuft» scherzte der Verteidiger.
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