«Nach dem Spiel ist vor dem Spiel»: So lautet die Devise für tausende Müllmänner zur Fußball-Weltmeisterschaft, denn Millionen Fußballfans werden vom 9. Juni bis 9. Juli auch hunderte Tonnen Müll hinterlassen.
Damit der Abfall nicht irgendwo in der Landschaft landet, haben etliche Stadtreinigungen pfiffige Aktionen und Werbebotschaften gestartet. In Hannover beispielsweise zeigen «Elfmeterpunkte» auf Gehsteigen und Plätzen an, dass der nächste Mülleimer nur elf Meter entfernt ist. Auf den Eimern steht dann «Tooor», «Einwurf» oder «Volltreffer», wie die Econum Unternehmensberatung in Hamburg mitteilte. Manche Abfallbehälter, die aussehen wie Fußballtore, «jubeln» nach jedem Einwurf.
«Der beste Einwurf geht direkt in die Tonne», meint auch Hertha-Spieler Yildiray Bastürk und verkündet dies von etlichen Berliner Plakatwänden. Die Dortmunder Müllmänner nennen sich zur WM «Cleansmänner». Die Hamburger Abfalleimer fordern mit flotten Sprüchen in fünf Sprachen zum Mülleinwurf auf: «Gib' ab!», «Das Dreckige muss ins Runde!» oder «Mach ihn direkt!», heißt es da. Den WM-Slogan «Die Welt zu Gast bei Freunden» haben die Kaiserslauterer Saubermänner kurzerhand umgeändert in: «Wenn die Welt kommt, werd' ich zum heißen Feger».
Der zu erwartende zusätzliche WM-Müll, allein in Stuttgart werde mit rund 20 Tonnen gerechnet, sei für die Stadtreiniger kein Problem. Es gebe genügend Kapazitäten in den Sortier- und Verbrennungsanlagen sowie auf den Müllkippen und in Müllpressen, wie die Econum-Studie ergeben habe. Bei der Abfallbeseitigung sei auch nicht mit einem Jobwunder zu rechnen. Viele Stadtreinigungen setzten komplett auf ihre eigene Belegschaft, andere schafften lediglich zeitlich befristete Ein-Euro-Jobs - so würden beispielsweise in Hamburg 50 zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt, in Leipzig seien es 100.