Auf besonders viel Sonne können die Teilnehmer des Achtelfinales am 26. Juni in Köln hoffen. Dort habe in den vergangenen Jahren an diesem Tag durchschnittlich fast zehn Stunden lang die Sonne gescheint, sagt Spatzierer. Trüb sehen dagegen die statistischen Daten für den Austragungsort der Partie Schweiz gegen Südkorea am 23. Juni in Hannover aus: Dort gab es im Durchschnitt nur 4,6 Sonnenstunden. Tschechien und Italien müssen am statistisch kühlsten Spieltag gegeneinander antreten. Wie Spatzierer berichtet, lag die Durchschnittstemperatur der vergangenen zehn Jahre in Hamburg am 22. Juni bei 15,4 Grad. Allerdings gibt es für die Fans Trost: Fußball heizt nach Messungen des Internet-Dienstes donnerwetter.de nicht nur die Stimmung an. Die Bonner Experten stellten bei einem Spiel des MSV Duisburg gegen Werder Bremen fest, dass im Stadion die Temperatur um bis zu vier Grad höher lag als außerhalb der Arena. Das Halbfinale in München wird den Meteomedia-Berechnungen zufolge am statistisch nassesten Tag ausgetragen. Am 5. Juli habe es in den vergangenen zehn Jahren in der bayerischen Landeshauptstadt durchschnittlich knapp 7,2 Liter pro Quadratmeter geregnet. In der WM-Geschichte lieferten sich Deutschland und Polen im Jahr 1974 eine der spektakulärsten Wasserschlachten auf dem grünen Rasen. Sintflutartige Regenfälle hatten das Frankfurter Waldstadion in eine Seenplatte verwandelt. Deutschland gewann das entscheidende Zwischenrundenspiel mit 1:0, zog damit ins Finale ein und wurde Weltmeister im eigenen Land. Auch in diesem Jahr sollten Klinsmanns Kicker nach Einschätzung von Meteorologen auf die Gunst der Wettergötter hoffen. Regen gegen Brasilien, Hitze gegen England und der Titel sei Deutschland fast schon sicher, behaupten die donnerwetter.de-Experten. Extreme Wetterbedingungen machen den Vorteil spielerisch überlegener Mannschaften nach Untersuchungen der Zeitschrift «Wettermagazin» teilweise wett. «Wir konnten das sprichwörtliche Fritz-Walter-Wetter als spielentscheidenden Faktor nachweisen», sagt Herausgeber Frank Böttcher. 1954 hatte Bundestrainer Sepp Herberger vor dem WM-Finale gegen Ungarn in Bern den Schnürlregen als gutes Omen gedeutet: «Dem Fritz sei Wedder.» Nach dem Spiel rief Herbert Zimmermann in seiner zum Klassiker gewordenen Reportage ins Mikrofon: «Aus! Aus! Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister, schlägt Ungarn mit drei zu zwei im Finale von Bern!» Das «Wunder von Bern» war perfekt.
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