An den Toren war Joker David Odonkor nicht beteiligt, doch der Flügelflitzer schlüpfte beim Länderspiel-Debüt gleich in die von Bundestrainer Jürgen Klinsmann zugedachte Rolle.
Der WM-Überraschungsteilnehmer belebte beim 2:2 (0:0) in Leverkusen gegen Japan nicht nur das Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, sondern riss bei den vereinzelten Vorstößen auch das Publikum mit. «Ich war ein bisschen nervös», gestand der 22 Jahre alte Rechtsaußen anschließend ein. Nach 63 Minuten war er für den Bremer Tim Borowski eingewechselt worden. «Ich bin froh, dass ich einen Einsatz bekommen habe.»
Der Bundesliga-Profi von Borussia Dortmund ist der zwölfte Debütant in der Ära von Bundestrainer Klinsmann - sechs haben es bis in den WM-Kader geschafft. «Er ist ein Riesentalent. Er bringt etwas mit, was wir dringend benötigen, Schnelligkeit und Überraschungsmomente», hatte Klinsmann sein Votum für Odonkor begründet. Der schon als «Leichtathlet» und «kickender Ben Johnson» belächelte Offensivspieler konnte die Vorgabe des Trainers in Ansätzen umsetzen, kassierte im ersten Länderspiel aber auch gleich die erste Gelbe Karte wegen einer Schwalbe.
«Ich bin sehr stolz, für die A-Nationalmannschaft gespielt zu haben», sagte Odonkor. Nun wünscht er sich für die WM vor allem eins: Nur nicht so unglücklich und frühzeitig ausscheiden wie die deutsche U-21-Nationalelf bei der EM, wo er eigentlich hätte dabei sein sollen.