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Gewinner und Verlierer der WM-Vorbereitung

Genf (dpa) - 29.05.2006, 20:25 Uhr

Lukas Podolski (l) und Bastian Schweinsteiger zeigen ihre Fähigkeiten am Ball.
Lukas Podolski (l) und Bastian Schweinsteiger zeigen ihre Fähigkeiten am Ball.

Seit 14 Tagen schwitzen und tüfteln die 23 deutschen Nationalspieler für die Fußball-WM, erste Gewinner wie Tim Borowski und Bastian Schweinsteiger sowie Verlierer wie Arne Friedrich oder Mike Hanke kristallisieren sich heraus.

«Alles im grünen Bereich», vermeldete Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach den Trainings-Camps auf Sardinien und in der Schweiz. Rund 1700 Übungsminuten im Kraftraum und auf dem Rasen haben die 23 Akteure in den Beinen. 15 Trainingseinheiten, drei Trainingsspiele, ein Länderspiel gegen Luxemburg (7:0), dazu mentale und taktische Schulung standen auf dem Programm der sportlichen Leitung um Klinsmann und Fitmacher Mark Versteegen. «Ich bin tausendprozentig überzeugt davon, dass wir zum WM-Start am 9. Juni topfit sein werden», sagte Routinier Torsten Frings vor dem Umzug des DFB-Trosses an diesem Dienstag von Genf nach Düsseldorf.

Der Form-Check nach den Trainingslagern - Tops und Flops:

Jens Lehmann: Die neue Nummer 1 wirkt konzentriert, bringt sich stark in taktische Schulungen ein. Sprung nach oben in der Hierarchie.

Oliver Kahn: Fordert sich selbst und Lehmann in jedem Training. Wirkt locker und hält sich im Hintergrund fit für den Fall der Fälle.


Timo Hildebrand: Eine loyale Nummer 3, die sich stets zurück nimmt. Durfte in einigen Trainingsspielchen an seiner Form feilen.

Arne Friedrich: Der Berliner hatte das Monopol auf der rechten Abwehr-Seite, bringt dieses aber mit schwacher Form in Gefahr.

Robert Huth: Kämpft um seinen Spielrhythmus, wirkt dabei noch zu unsicher. Gegen Luxemburg auch noch verletzt - Steigerung nötig.

Marcell Jansen: Nach der Verletzung von Lahm erste Wahl auf links. Hängst sich voll rein, arbeitet an Defiziten im Defensiv-Verhalten.

Philipp Lahm: Nach Ellbogen-Operation absolviert er verbissen ein Sonderprogramm. Will den Gips endlich loswerden und zurück ins Team.

Per Mertesacker: Sucht noch die Konstanz, ist aber in der zentralen Abwehr gesetzt. Ackerte mit den Kollegen an der Abwehr-Abstimmung.

Christoph Metzelder: Körperlich fand er nach Faserriss den Anschluss, doch die Sicherheit fehlt. Klinsmanns Wunschkandidat als Abwehrchef.

Jens Nowotny: Viele sahen den Rückkehrer schon in der Startelf, für Klinsmann eher eine Alternativ-Lösung. Sein Plus: Die Erfahrung.

Michael Ballack: Die Fußverletzung verhindert eine Top-Vorbereitung. Bleibt Klinsmanns wichtigster Mann, als Kapitän noch nicht präsent.

Tim Borowski: Einer der Gewinner. Ersetzte nicht nur Ballack, sondern drängt trotz Grippe-Pause vehement in die Startelf - Luxusproblem.

Torsten Frings: Brachte wie 2002 die Tugenden ein, die ihn unersetzbar machen: Kampf und Leidenschaft. Schon gut in Schuss.

Thomas Hitzlsperger: Zwar Trainingsweltmeister - aber für Klinsmann weiter nur Notlösung auf links. Der Stuttgarter lässt nie locker.

Sebastian Kehl: Seine Stellung im Team ist gestiegen, zeigte gute Ansätze. Sein Problem: Fehlende Konstanz und zu hohe Fehlerquote.

David Odonkor: Mit dem schnellen Neuling plant Klinsmann nur für Spezialfälle. Bisher durfte er sich nur eingewöhnen - das gelang.

Bernd Schneider: Mit 32 stellt er sich den neuen US-Methoden - und das mit überraschendem Engagement. Gehört zu den sechs Gesetzten.

Bastian Schweinsteiger: Im DFB-Team aufgeweckt, mutig - hat die Fesseln des FC Bayern abgelegt. Auf bestem Weg in die Startelf.

Miroslav Klose: Unumstritten Stürmer Nummer 1, wirkt gereift und mit neuer Ausstrahlung. Reißt die jungen Kollegen wie Podolski mit.

Lukas Podolski: Seine Unbekümmertheit ist zurück, dazu kommt neue Entschlossenheit. Klinsmann tut dem Kölner Jungen einfach gut.

Oliver Neuville: Unterstrich mit seinen Qualitäten, dass er zurecht nominiert wurde. Top-Joker mit den meisten Testspiel-Toren.

Gerald Asamoah: Wirkt mit seiner Art äußerst positiv auf das Team, muss aber explosiver und effektiver werden. Klinsmann erwartet mehr.

Mike Hanke: Bisher nur ein Mitläufer. Auf Grund seiner Sperre gegen Costa Rica und Polen durfte er auch in den Testspielen selten ran.

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