Bernd Schneider will mehr als 2002
Genf (dpa) - 29.05.2006, 15:08 Uhr
Bundestrainer Jürgen Klinsmann (l) im Gespräch mit Bernd Schneider.
Auch 2006 geht nix ohne «Schnix» in der Nationalmannschaft - vier Jahre nach «seiner» Weltmeisterschaft in Asien spielt Bernd Schneider in den deutschen WM-Plänen erneut eine Hauptrolle. «Ein Stückchen weiter» als 2002 wolle er beim Turnier im eigenen Land schon kommen, verkündete der 32-jährige Leverkusener im DFB-Trainingscamp in Genf eher beiläufig. Am 30. Juni 2002 in Yokohama war der von Teamchef Rudi Völler stets gesetzte Schneider der beste Mann in der DFB-Finalelf gegen Brasilien (0:2). Auch Jürgen Klinsmann sieht in dem Thüringer, der bei Aufbau Jena sein Fußball-ABC gelernt hatte, einen seiner wichtigsten WM-Spieler: «Bernd kann viele Rollen übernehmen.» In 22 der 25 Spiele unter Klinsmann war Schneider dabei, kein Spieler wurde häufiger aufgeboten. 1681 Minuten stand er auf dem Platz - nur Kapitän Michael Ballack durfte länger ran (1722). So überraschte es den 62-maligen Nationalspieler auch nicht, als der Bundestrainer seinen als einen der ersten sechs Namen nannte, die am 9. Juni in München gegen Costa Rica auf dem Spielformular stehen soll. Eine Flasche Sekt habe er nach der Nachricht zwar nicht geköpft, verriet «Schnix», wie er schon seit Jenaer Zeiten gerufen wird (Schnicken = Fußball spielen): «Aber es gibt trotzdem eine gewisse Sicherheit.»
In den vergangenen Monaten hat der gelernte Zerspanungsmechaniker seine Position mit großem Fleiß verteidigt. Zusatzschichten im Training gehören bei Schneider nicht erst seit der Zeit der Fitness-Trainer aus den USA zum Programm. «Da kann man den Ulf Kirsten fragen, früher habe ich schon täglich zusätzlich ein halbe Stunde Flanken geschlagen. Jetzt habe ich extrem viel im Fitness-Bereich gearbeitet», berichtete Schneider und verkündete stolz das Resultat: «Ich habe die besten Werte, seit ich in der Nationalmannschaft bin.» Als zusätzliche Belohnung und Motivation durfte er beim 7:0 über Luxemburg zum zweiten Mal als Kapitän auflaufen. «Das macht mich natürlich stolz», sagte Schneider, schloss aber vor dem Spiel in seinem Leverkusener Stadion am Dienstag gegen Japan an: «Ich hoffe aber, dass Michael Ballack wieder fit wird.» In die WM wird ihn auch ein kleiner persönlicher Ärger treiben: Während er in 249 Bundesliga- Spielen immerhin 33 Tore erzielte, steht in seiner Nationalelf- Karriere seit Juli 1999 nur ein einziges (beim WM-Auftakt 2002 traf er gegen Saudi-Arabien zum 8:0) zu Buche. «Schnix» will das unbedingt ändern: «Ich glaube, dass ich noch wichtige WM-Tore schießen werde.»
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