Das Bundeswehrkrankenhaus ist WM-Klinik
Berlin (dpa) - 29.05.2006, 10:23 Uhr
Ein Krankenwagen verlässt das Bundeswehrkrankenhaus in Berlin.
Ein Kreuzbandriss oder ein gebrochener Fuß - Verletzungen dieser Art könnten sich während der Spiele der Fußball- Weltmeisterschaft häufen. Deswegen hat der Weltfußballverband FIFA vorgesorgt und in Berlin das Bundeswehrkrankenhaus zur offiziellen WM-Klinik erklärt. Das bedeutet, dass in der Hauptstadt jeder verletzte oder erkrankte Sportler und FIFA-Funktionär in das Krankenhaus im Bezirk Mitte eingeliefert wird. Das könnte den englischen Star-Kicker David Beckham genauso treffen wie FIFA- Präsident Joseph Blatter. Von einer Auszeichnung der medizinischen Leistungen durch die FIFA will das Bundeswehrkrankenhaus jedoch nichts wissen. «Wir wurden möglicherweise einfach nur ausgewählt, weil wir im Zentrum der Stadt liegen», sagt Chefarzt Georg Mager. Er erwähnt nicht, dass auf dem relativ kleinen Gelände bis auf Kinderheilkunde und Geburtshilfe alle wichtigen Stationen vertreten sind. Außerdem verfügt die Klinik über eine Reihe erfahrener Sportmediziner. Der Leiter der Orthopädie, Frank Rauhut, beispielsweise betreut schon seit Jahren die deutsche Mannschaft bei den olympischen Winterspielen.
Von außen sieht das Krankenhaus aus wie eine gewöhnliche Klinik. Es liegt etwas versteckt in einer Nebenstraße. Genau diese Abgeschiedenheit mitten im Zentrum der Stadt verhalf dem 1853 errichteten Klinikum schon oft zu prominenten Patienten: Während der Weimarer Republik war es das Staatskrankenhaus der Polizei, von 1960 an wurden in der ehemaligen DDR auch Mitarbeiter des Ministeriums des Inneren behandelt. Später, nachdem die Bundeswehr die Klinik im Jahr 1990 übernommen hatte, wurde unter anderen Wolfgang Schäuble (CDU) nach einer Gallenkolik eingeliefert. «Einen speziellen VIP-Bereich haben wir nicht», sagte Mager. «Dennoch können wir besondere Personen bei Bedarf auch entsprechend schützen.» Daher bringt den Chefarzt auch die bevorstehende WM mit potenziellen prominenten Patienten nicht aus der Ruhe. Nur eines findet der Fußballfan schade: Beckham und Co. wird er wohl nicht live im Stadion erleben können - für die Zeit der WM gibt es in der Klinik eine Urlaubssperre. Das Bundeswehrkrankenhaus versorgt mit seinen 367 Betten jährlich rund 10 000 Patienten. Davon sind etwa 4500 Zivilisten. Bis zum Jahr 2012 stehen umfassende Sanierungsmaßnahmen für insgesamt rund 88 Millionen Euro an.
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