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Borowski drängt in die WM-Elf

Freiburg (dpa) - 28.05.2006, 10:35 Uhr

Lukas Podolski (l) und Tim Borowski jubeln über das 3:0 gegen Luxemburg.
Lukas Podolski (l) und Tim Borowski jubeln über das 3:0 gegen Luxemburg.

Jürgen Klinsmann hat ein Luxusproblem. Neben Bastian Schweinsteiger hat auch Tim Borowski beim Torfestival gegen Luxemburg eindrucksvoll bewiesen, dass er zu gut ist für die Bank.

Der Bremer beeindruckte beim 7:0-Sieg auf der Position des verletzten Michael Ballack, aber er will bei der WM mehr als nur der Schattenmann des im Mittelfeld gesetzten Kapitäns sein. Borowski drängt in die Startelf gegen Costa Rica. «Ich mache mir schon einen Tick Hoffnung», sagte er nach seinem 90-Minuten-Auftritt in Freiburg.

Die rasante Weiterentwicklung des WM-Neulings ist weder den Trainern noch den Teamkollegen verborgen geblieben. «Tim Borowski hat sich hervorragend entwickelt», sagte Bundestrainer Klinsmann nach der überzeugenden Leistung gegen Aufbaugegner Luxemburg, bei dem der 26 Jahre alte Bremer insbesondere mit seinen Pässen auf die Spitzen Miroslav Klose und Lukas Podolski glänzen konnte. «Tim hat einen unheimlichen Sprung gemacht», kommentierte Torhüter Jens Lehmann.

Klinsmann machte Borowski nach dem drittletzten Länderspiel-Test vor dem WM-Eröffnungsspiel Hoffnung auf einen Startplatz am 9. Juni in München gegen Costa Rica. «Er klopft da an, er möchte rein», sagte der Bundestrainer und betonte: «Er kann auf verschiedenen Positionen spielen.»

Die Vielseitigkeit von Borowski, der im Mittelfeld auch auf den Halbpositionen neben oder hinter Ballack spielen kann, könnte sich als Eintrittskarte in die Startformation erweisen. Denn Borowski kämpft nicht gegen den Kapitän, sondern eher gegen Schweinsteiger oder Bernd Schneider. «Michael Ballack steht völlig außer Frage», sagt Borwoski selbst. Darum muss er sogar hoffen, dass der am Sprunggelenk verletzte Kapitän an diesem Dienstag gegen Japan mitwirken kann, um sich als Partner neben Ballack zu empfehlen. «Es geht auch mit Michael zusammen sehr gut», betonte Borowski.


Das beweist er auch beim SV Werder Bremen, wo er an der Seite des französischen Regisseurs und Chefs Johan Micoud seine offensiven und defensiven Qualitäten ausspielt. Lauthals für sich werben wird der kühle Blonde aus dem Norden aber nicht. «Ihr wisst ja, dass ich kein Typ bin, der etwas fordert in der Presse», beschied er in Freiburg die Reporter: «Ich will das mit Leistung machen, dabei bleibe ich.»

Die Grippe, die ihn zurückgeworfen hatte, ist überwunden. Gegen Luxemburg gab er 90 Minuten Gas - und so soll es bleiben: «Ich werde das alles professionell durchziehen und hoffe, dass ich am 9. Juni in der Startformation stehe.» Nach dem 18. Länderspiel fühlt sich Borowski endlich angekommen in der Nationalelf. «Ich bin gut akzeptiert im Team», sagte er über seinen neuen Stellenwert.

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