Trotz der strapaziösen Trainingseinheiten am Genfer See ging das Team spritzig und engagiert zur Sache. Tim Borowski überzeugte als Ballack-Vertreter mit klugen Pässen und stopfte im Zusammenspiel mit Frings auch manche Lücke in der Defensive. Bundesliga- Torschützenkönig Klose war einmal mehr kaum zu halten und unterstrich seine Gefährlichkeit mit den Länderspiel-Toren Nummer 22 und 23. Dagegen wurde die Abwehr - obwohl kaum geprüft - noch keinen WM- Ansprüchen gerecht. Christoph Metzelder agierte beim ersten Wettkampf nach seiner im Trainingscamp erlittenen Verletzung im Deckungszentrum betont vorsichtig, seinem Nebenmann Robert Huth unterlief der eine oder andere Stellungsfehler. Ein Ausrutscher des Chelsea-Verteidigers hätte in der 9. Minute durch Alphonse Leweck beinahe zum 1:1 geführt. Die deutsche Elf startete mit viel Schwung in das zweite WM- Testspiel gegen die Amateure aus dem Großherzogtum seit dem 7:0 vor dem Turnier in Frankreich 1998. Gleich die erste Kombination über die linke Seite führte zum Führungstor. Die flache Hereingabe von Podolski drückte Klose zu seinem 22. Länderspiel-Tor über die Linie. Sechs Minuten später verhinderte die Latte beim Kopfball nach Flanke seines Clubkollegen Borowski den nächsten Treffer des Bremers. Ein Zupfen von Tim Heinz am Trikot von Schweinsteiger leitete den zweiten Treffer durch Frings ein, der in seinem 50. Länderspiel zum dritten Mal in der Klinsmann-Ära vom Elfmeterpunkt traf. Für das 3:0 sorgte Podolski, der einen genau getimten Pass von Borowski aufnahm und ins Netz schlenzte. Fünf Minuten später verhinderte der luxemburgische Keeper Marc Oberweis mit einer spektakulären Parade beim 16 Meter-Schuss von Borowski einen weiteren Gegentreffer. Nach einer Phase des Leerlaufs zu Beginn der zweiten Halbzeit, in der mit Kahn, Per Mertesacker, Sebastian Kehl und Thomas Hitzlsperger vier frische Kräfte ins Spiel kamen, nahmen die Gastgeber nach knapp einer Stunde ihre Torproduktion wieder auf, als Kloses Rechtsschuss genau im Winkel landete. Drei Minuten später wurde der Bremer unter donnerndem Applaus in die Kabine verabschiedet. Als Oberweis seinen Nachfolger Gerald Asamoah im Strafraum nur regelwidrig stoppen konnte, trug sich auch Podolski zum zweiten Mal in die Torschützenliste ein und machte das Dutzend im DFB-Trikot voll.
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