Mehrwegtrinkbecher für umweltfreundliche WM
Berlin (dpa) - 26.05.2006, 16:26 Uhr
Horst R. Schmidt, 1. Vizepräsident des WM-OK, präsentiert im März das Umweltprogramm.
Negative Umwelteinflüsse der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft sollen nach Planungen des WM-Organisationskomitees durch Öko-Projekte reduziert werden. «Das ist ein Projekt der Zukunft», lobte OK-Präsident Franz Beckenbauer in Berlin das Programm «Green Goal». Mit Unterstützung des UN-Umweltprogramms (UNEP) möchte die Fifa durch Mehrwegtrinkbecher, Solaranlagen in den Stadien und die Nutzung von Regenwasser das Fußballturnier weitestgehend umweltfreundlich gestalten. Bereits bei den Olympischen Spielen in Sydney und Turin haben die Vereinten Nationen Umweltprojekte gefördert, sagte der ehemalige Direktor des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer. «Zum ersten Mal ist uns das auch bei der Fifa geglückt, das gab es bisher nicht.» Zwei Wochen vor Beginn des Turniers sind Solaranlagen zur Erzeugung «grüner Energie» betriebsbereit und Mehrwegbecher geliefert. Der öffentliche Nahverkehr ist auf zahlreiche Fußballfans vorbereitet.
Um schädlichen Kohlendioxid-Ausstoß zu vermeiden, sollen WM- Besucher statt des eigenen Autos Busse und Bahnen benutzen: Besitzer von WM-Karten fahren kostenlos im Nahverkehr. Darüber hinaus sind in Berlin und Gelsenkirchen Wasser sparende Toiletten installiert, und Regenwasserzisternen reduzieren den Verbrauch des Trinkwassers. Mit rund 1,3 Millionen Euro sollen außerdem Klimaschutz-Projekte in Entwicklungsländern unterstützt werden. Damit möchten das WM-OK «alle nicht zu umgehenden Emissionen in Deutschland» kompensieren. «Da ist was Großartiges entstanden und das ist sicherlich nachahmungswert», sagte Beckenbauer. Kritikern, die das Projekt «unzureichend» nannten, entgegnete Töpfer: «Das ist nicht das Ende, es ist ein klasse Anfang.»
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