FIFA-Schiedsrichter Herbert Fandel hat die deutschen Fußball-Nationalspieler am Donnerstag bei einer Stippvisite im Genfer DFB-Quartier eindringlich vor unnötigen Gelben Karten bei der Weltmeisterschaft wegen Undisziplinierheiten gewarnt.
Der Bundesliga-Referee aus Kyllburg, der vom Weltverband (FIFA) in letzter Minute nicht für das Turnier nominiert worden war, gab in einer kleinen Lehrstunde «die speziellen Regeln des Turniers» an die 23 deutschen Spieler und den Trainerstab weiter. Dabei ging es unter anderem um die Ahndung des Ellbogen-Einsatzes im Zwei- und Luftkampf sowie dem Blockieren des Balles etwa bei Freistößen.
Der 42-Jährige warnte mit besonderem Nachdruck vor Gelben Karten, die im Turnierverlauf zu einer Sperre führen können. «Eine Verwarnung kann eine erhebliche Bedeutung haben. Vor unnötigen Gelben Karten sollte sich ein Spieler schützen», sagte Fandel und meinte damit unter anderem Verwarnungen wegen Meckerns oder Reklamierens.
Der Unparteiische erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die WM 2002, als Michael Ballack im Halbfinale gegen Südkorea (1:0) ein taktisches Foul begehen musste und beim Finale gegen Brasilien (0:2) wegen einer Gelb-Sperre nicht mitwirken durfte.
Bei der WM in Deutschland wird ein Spieler nach der zweiten Gelben Karte für eine Partie gesperrt. Die Verwarnungen aus der Vorrunde werden allerdings nicht in die K.o.-Runden mitgenommen. Eine zweite Gelbe Karte im letzten Vorrundenspiel führt jedoch zu einer Sperre im Achtelfinale.