Seit bekannt ist, dass Trinidad und Tobago während der WM in dem 22 000-Einwohner-Ort zwischen Hamburg und Bremen residiert, ist dort das Fußballfieber ausgebrochen. Vom Fanclub «Wümme-Jumbies» über den Karibik-Dämmerschoppen bis zu einer Torschrei-WM und «Trinidad-Eis» wird nichts unversucht gelassen, um WM-Touristen nach Rotenburg zu locken. «Die WM macht unsere kleine Stadt bekannt, und es kommen Fans aus ganz Deutschland», sagt Bürgermeister Detlef Eichinger. Auf Urlauber hofft man auch in Trinidad und Tobago selbst. Denn das vermeintliche Strandparadies hat mit Imageproblemen zu kämpfen. Die Zahl der Gewaltverbrechen in dem Zwei-Insel-Staat sei zuletzt gestiegen, warnt das Auswärtige Amt und rät vom Besuch bestimmter Stadtteile sowie einsamer Strände ab. Dabei gehört der Tourismus zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in dem kleinen Land mit nur 1,3 Millionen Einwohnern. «Für uns war es wichtig, eine gut durchdachte und zielgerichtete PR-Kampagne zu starten», sagt Tourismus-Minister Howard Chin Lee. So wird die offizielle Homepage der «Soca Warriors» nicht von der TTFF betrieben, sondern vom Tourismusministerium. Karibisches Flair wird dort auf zahlreichen Fotos und Videos verbreitet. Während der WM soll ein «Soca Caravan» durch Deutschland rollen und für Trinidad und Tobago als Urlaubsziel und Wirtschaftsstandort werben. Starke Präsenz ist auch im FIFA-Medienzentrum in Berlin vorgesehen. Sogar die Spieler mischen bei der (Selbst-) Vermarktung kräftig mit. Stürmerstar Stern John etwa verkauft auf seiner Internet-Seite knallrote T-Shirts mit dem Aufdruck «Warrior» in Tarnfarben auf der Brust. Für Fans und solche, die kurzfristig noch ihre Sympathie für den Fußball-Exoten entdecken, kann das eine wichtige Adresse sein. Denn die offiziellen Trikots der «Soca Warriors» sind bei einem großen Internetversand (Subsidesports) bereits vergriffen. Der Außenseiter verkauft sich eben bestens.
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