Der wegen des schwachen Absatzes des WM-Maskottchens «Goleo» in eine Krise geratene Spielwaren-Hersteller Nici soll nach den Vorstellungen seines Insolvenzverwalters auf jeden Fall erhalten werden.
Nun gehe es darum, den Betrieb aufrecht zu erhalten, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Michael Jaffé. Über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens könnten noch keine Angaben gemacht werden. Das Management habe bei einer Überprüfung des Jahresabschlusses eine «erhebliche bilanzielle Unterdeckung» festgestellt, hieß es. Der verbliebene Vorstand kündigte an, gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter einen Finanzierungsplan zu erarbeiten, um das Unternehmen wieder flott zu machen. Nici-Vorstandschef und Firmengründer Ottmar Pfaff sei inzwischen des Amtes enthoben worden.
Das Unternehmen werde mit der Staatsanwaltschaft wegen möglicher strafrechtlicher Vorwürfe zusammenarbeiten. Auch Nici sei an der Aufklärung der Vorwürfe interessiert, erklärten die verbliebenen Vorstände Helmut Meinhardt, Marina Pfaff und Berndt Rüggemeier. Der Leiter der Staatsanwaltschaft Hof, Gerhard Schmitt, sagte, bis zum Ende der Woche sei möglicherweise geklärt, ob sich der Verdacht von Straftaten erhärte.
Insolvenzverwalter Jaffé befinde sich am Unternehmenssitz in Altenkunstadt, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Nici AG hatte zuvor Insolvenzantrag gestellt.
Die Nici AG beschäftigt rund 560 Mitarbeiter. Im Jahr 2005 wurde ein Umsatz von 155,8 Millionen Euro erzielt. Das Unternehmen hatte zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 von dem Münchner Unternehmen EM.TV die Lizenz zur exklusiven Vermarktung des WM-Maskottchens «Goleo» erworben. Nach Informationen aus Branchenkreisen soll das Unternehmen dafür rund 28 Millionen Euro bezahlt haben.