Argentinien-Kapitän Sorin: «Sind kein Favorit»
Buenos Aires (dpa) - 15.05.2006, 16:33 Uhr
Juan Pablo Sorin beim Training mit der Nationalmannschaft Argentiniens.
Titelkandidat Argentinien taktiert schon vor dem Anpfiff zur Fußball-Weltmeisterschaft. Die hoch gehandelten «Gauchos» wollen selbst nichts von einer Favoritenrolle wissen. «Ich will uns nicht klein reden. Aber es wäre nach der Erfahrung der letzten WM ein großer Fehler, jetzt schon vom Viertel- oder Halbfinale zu reden», sagte Kapitän Juan-Pablo Sorin 25 Tage vor dem Turnierstart in einem Interview mit dem Fachmagazin «Kicker»: «Stand heute, sind wir kein Favorit.» Allerdings scheint das nach außen getragene Understatement zur Masche der «Gauchos» zu gehören. «Es ist besser, nicht zum Favoritenkreis zu zählen», sagte Abwehrspieler Fabricio Coloccini in einem Interview auf der Internetseite des Weltverbandes FIFA. Ebenso wie Sorin erklärte er den ewigen Rivalen Brasilien, der die Argentinier vor rund einem Jahr beim Confederations Cup in Deutschland erst im Finale gestoppt hatte, zum ersten Anwärter auf den Titel.
Für Argentinien habe das Überstehen der Vorrunde absolute Priorität, meinte Sorin, nachdem der Weltmeister von 1978 und 1986 vor vier Jahren in der Gruppenphase kläglich gescheitert war. Erst recht angesichts der nun bevorstehenden Duelle in der schweren Gruppe C mit Afrika-Vizemeister Elfenbeinküste (10. Juni in Hamburg), Serbien-Montenegro (16. Juni in Gelsenkirchen) und den Niederlanden (21. Juni in Frankfurt). Zum Favoritenkreis zählte Sorin neben Frankreich und Italien «auch Deutschland nach den Leistungen beim Confed-Cup». Die «Albiceleste», wie die Himmelblau-Weißen in ihrer südamerikanischen Heimat genannt werden, würden ruhig im Hintergrund arbeiten und in Lauerstellung bleiben, meinte Sorin. Allerdings stellte der Manndecker, der beim spanischen Club FC Villarreal zusammen mit Nationalelf-Regisseur Juan Riquelme spielt, auch klar, dass «wir natürlich Träume haben». Argentinien strebe den maximalen Erfolg an. Sorin: «Aber wir sollten nicht darüber reden, bevor dieser geschafft ist.» Ähnlich formulierte es Mitspieler Coloccini: «Intern wissen wir, wie weit wir kommen können, aber das behalten wir für uns. Die Spieler und der Trainerstab sind überzeugt, dass wir in Deutschland viel erreichen können.»
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