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Die deutschen WM-Spieler im Überblick

Berlin (dpa) - 15.05.2006, 14:38 Uhr

Die Nationalspieler Podolski, Schweinsteiger und Jansen (v.l.n.r.) beim Training.
Die Nationalspieler Podolski, Schweinsteiger und Jansen (v.l.n.r.) beim Training.

Der deutsche Nationaltrainer Jürgen Klinsmann hat sein Geheimnis gelüftet und am 15. Mai seinen 23-köpfigen Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bekannt gegeben. Alle Spieler des Aufgebots im Überblick:

Jens Lehmann (Arsenal London/36 Jahre/29 Länderspiele)

Debüt: 18. Februar 1998 in Maskat gegen Oman (2:0)

Klinsmann machte den Wahl-Engländer erstmals zum richtigen Herausforderer für Platzhirsch Kahn - und dann zu seiner Nummer 1. 2003 war Lehmann für 3,5 Millionen Euro von Dortmund zu Arsenal London gewechselt. Er war mit der DFB-Elf schon bei vier großen Turnieren dabei, spielte aber bei der WM 1998, der EM 2000, der WM 2002 und der EM 2004 keine Minute. Eine sehr gute Saison bei Arsenal vor allem in der Champions League brachte Lehmann die Beförderung.

Oliver Kahn (FC Bayern München/36/84)


Debüt: 23. Juni 1995 in Bern gegen die Schweiz (2:1)

Der Münchner hat das harte Duell um die Nummer 1 im WM-Tor verloren, Jürgen Klinsmann entschied gegen den «Titan». Gleich zu Beginn seiner Amtszeit hatte der Bundestrainer im Sommer 2004 Kahn als Kapitän durch Michael Ballack ersetzt. Lange verteidigte der Vizeweltmeister von 2002 seinen Stammplatz, den er seit der EM 2000 bei drei Turnieren innehatte. Dann zeigte er kleine sportliche Schwächen - aber menschliche Größe: Will die Rolle als Nummer 2 annehmen.

Timo Hildebrand (VfB Stuttgart/27/3)

Debüt: 28. April 2004 in Bukarest gegen Rumänien (1:5)

Der Stuttgarter setzt auf die Zeit nach der WM. Noch unter Teamchef Rudi Völler hatte Hildebrand einen unglücklichen Einstand in der Nationalelf - in Bukarest kam er beim 1:5 gegen Rumänien beim Stand von 0:4 in der Pause für Kahn ins Spiel. Klinsmann gab dem Stuttgarter sofort die Sicherheit, die klare Nummer drei und damit bei der Heim-WM dabei zu sein. Beim Confed-Cup durfte Hildebrand sogar das Spiel gegen Argentinien (2:2) bestreiten.

Arne Friedrich (Hertha BSC/26/34)

Debüt: 21. August 2002 in Sofia gegen Bulgarien (2:2)

Im Eildurchlauf kam der Mann aus Bad Oeynhausen nach nur zwei Bundesliga-Einsätzen für Hertha in die Nationalmannschaft. Sein Plus: Friedrich kann sowohl rechts als auch im Abwehr-Zentrum verteidigen. Im ersten Länderspiel von Anfang an gegen die Färöer-Inseln unterlief ihm ein Eigentor. Friedrich, der im Sommer 2002 für 1,8 Millionen Euro von Bielefeld nach Berlin gewechselt war, avancierte schnell zur festen Größe und überstand auch einige Formkrisen.

Robert Huth (FC Chelsea London/21/15)

Debüt: 18. August 2004 in Wien gegen Österreich (3:1)

Der Junge aus dem Berliner Osten wurde zum großen Gewinner im ersten Jahr von Bundestrainer Klinsmann. Als 16-Jähriger war Huth von Union Berlin zum Millionärs-Club FC Chelsea gewechselt, kämpfte sich bis in die erste Mannschaft durch. Allerdings erhält der Jungprofi nur wenig Spielpraxis. Der Bundestrainer hielt dennoch an Huth fest, setzte ihn beim Confed-Cup in allen Spielen ein. Bei den Fans war der 1,91 Meter große Abwehrrecke bei der Mini-WM im Sommer 2005 sogar Kult.

Marcell Jansen (Borussia Mönchengladbach/20/4)

Debüt: 3. September 2005 in Bratislava gegen die Slowakei (0:2)

Der Gladbacher Aufsteiger könnte auf der linken Defensiv-Seite neben Philipp Lahm die Zukunfts-Lösung für die DFB-Elf sein. Obwohl er erst 20 Jahre alt ist, gehört er bei der Borussia zu den Urgesteinen. Denn Jansen kam schon als Achtjähriger 1993 zum Club. Nach nur 21 Bundesliga-Spielen holte ihn Klinsmann in die Nationalmannschaft. Mönchengladbach hat dem Fachabiturienten gleich einen Vertrag bis 2009 gegeben, um sich die Dienste des «Juwels» zu sichern.

Philipp Lahm (Bayern München/22/17)

Debüt: 18. Februar 2004 in Split gegen Kroatien (2:1)

Auch großes Verletzungspech hat die Blitz-Karriere des Bayern nicht stoppen können. Nach einem Mittelfußbruch im Januar 2005 und einem Kreuzbandriss im Mai des selben Jahres musste Lahm viele Monate pausieren, meldete sich aber Ende 2005 beim deutschen Rekordmeister eindrucksvoll zurück. In der ersten Bundesliga-Saison für den VfB Stuttgart, der den Jung-Profi ausgeliehen hatte, wurde er gleich Nationalspieler. Bei der EM 2004 gehörte er zur ersten Elf.

Per Mertesacker (Hannover 96/21/20)

Debüt: 9. Oktober 2004 in Teheran gegen den Iran (2:0)

In kürzester Zeit wurde aus dem Debütanten der Abwehrchef der deutschen Nationalelf: Der Aufstieg von Mertesacker verlief kometenhaft. Nach seinem ersten Spiel war er Stammkraft, eine kurze Krise nach Verletzung überwand die «Abwehr-Latte» bei Hannover 96. Schon beim Confederations Cup war er gesetzt - schoss beim 4:3 gegen Australien sein erstes Länderspieltor. Mertesacker blieb auf dem Boden, leistete Zivildienst in einem Heim für geistig Behinderte.

Christoph Metzelder (Borussia Dortmund/25/19)

Debüt: 15. August 2001 in Budapest gegen Ungarn (5:2)

Der Dortmunder war der Shooting Star der WM 2002 - er absolvierte alle Spiele in Asien bis zum verlorenen Finale. Doch danach drohte ihm das frühe Ende der Karriere. Zwei Achillessehnen-Operationen im April und Oktober 2003 warfen Metzelder weit zurück. Nach 630 Tagen Verletzungspause feierte er im Dezember 2004 sein Bundesliga- Comeback. Im Oktober 2005 holte ihn Klinsmann nach 32 Monaten gegen China in die DFB-Elf zurück. Verletzungen sind weiter sein Problem.

Jens Nowotny (Bayer Leverkusen/32/45)

Debüt: 30. April 1997 in Bremen gegen die Ukraine (2:0)

Zwei Jahre nach seinem letzten Länderspiel hat der Abwehrspieler das Last-Minute-Ticket zur WM gelöst. Nach seinem vierten Kreuzbandriss und teilweiser Suspendierung bei seinem Verein Bayer Leverkusen, gegen den er prozessiert hatte, schien die internationale Karriere von Nowotny schon zu Ende. Doch eine überraschende Formsteigerung bescherte ihm zunächst eine Einladung zum Fitness-Test bei Klinsmann. Für Nowotny ist es sein erstes WM-Turnier.

Michael Ballack (Bayern München/29/63)

Debüt: 28. April 1999 in Bremen gegen Schottland (0:1)

Der gebürtige Görlitzer ist der große Hoffnungsträger und Klinsmanns Erfolgs-Garant. Bei der WM 2002 führte Ballack, der beim Chemnitzer FC sein Fußball-ABC gelernt hat, das DFB-Team mit seinen Toren bis ins Endspiel, war aber selbst im Finale gegen Brasilien (0:2) gesperrt. Mit 30 Länderspiel-Treffern ist der Münchner, der zum FC FC Chelsea wechselt, der torgefährlichste Mann im DFB-Team. Im Mai 2004 traf er beim 7:0 gegen Malta in Freiburg sogar vier Mal.

Tim Borowski (Werder Bremen/26/17)

Debüt: 21. August 2002 in Sofia gegen Bulgarien (2:2)

Nach einer längeren Zeit als Mitläufer profilierte sich der Mittelfeldmann unter Klinsmann immer mehr. Borowski spielte einige Male mit wechselndem Erfolg den Ersatzmann für Ballack. Beim Confed- Cup im Sommer 2005 noch zweite Wahl, gewann der Bremer mit seinem ersten Tor am 7. September 2005 im 12. Länderspiel gegen Südafrika (4:2) an Sicherheit. Jetzt könnte sich der lange Blonde sogar für einen Platz in der ersten Elf anbieten.

Torsten Frings (Werder Bremen/29/49)

Debüt: 27. Februar 2001 in Paris gegen Frankreich (0:1)

Der Bremer spielt eine wichtige Rolle in Klinsmanns WM-Puzzle, da er auf vielen Positionen spielen kann. Bei der WM 2002 in Asien hatte er als Rechtsverteidiger großen Anteil am Finaleinzug. Nach einem Kreuzbandriss kehrte er im Februar 2004 ins DFB-Team zurück. Beim FC Bayern konnte sich «Lutscher» nicht durchsetzen und ging zum SV Werder zurück. Ein Wadenbeinbruch setzte Frings zuletzt außer Gefecht, er verpasste 2006 die ersten Länderspiele.

Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart/23/13)

Debüt: 9. Oktober 2004 in Teheran gegen Iran (2:0)

Die Rückkehr nach Deutschland stand für den gebürtigen Münchner, der beim FC Bayern groß geworden war, unter keinem guten Stern. Als Jugendlicher war Hitzlsperger 2000 nach England gegangen und setzte sich bei Aston Villa durch. In der Nationalmannschaft setzte ihn Klinsmann mehrmals auf der ungeliebten linken Verteidiger-Position ein. Hitzlsperger sah da oft unglücklich aus. 2005 kam er ablösefrei zum VfB Stuttgart, verlor auch dort zeitweise seinen Stammplatz.

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund/26/25)

Debüt: 29. Mai 2001 in Bremen gegen die Slowakei (2:0)

Klinsmann holte den Borussen erst kurz vor der WM ins DFB-Aufgebot zurück. Nach dem blamablen Abschneiden bei der EM 2004 hatte er zunächst zu den Streichkandidaten gehört, mit konstant guten Leistungen beim BVB machte Kehl wieder auf sich aufmerksam. Unter Völler war er meist nur Ersatzmann ohne Perspektive. Für seine Unbeherrschtheiten in der Vergangenheit musste Kehl, der zuvor in Hannover und Freiburg spielte, schon einige Strafen in Kauf nehmen.

David Odonkor (Borussia Dortmund/22/0)

Debüt: Noch kein A-Länderspiel

Der Dortmunder Angreifer ist die Überraschung im WM-Kader. Der gelernte Angreifer gehörte noch nie zum Kader des A-Nationalteams. Bisher absolvierte er 15 Einsätze in der U 21-Auswahl, erzielte dabei drei Tore. Der 22-Jährige aus Bünde/Westfalen ist pfeilschnell, benötigt für die 100 Meter weniger als elf Sekunden. Odonkor gilt als schwach im Abschluss, traf in dieser Saison in 33 Bundesliga-Partien nur einmal. Kann im Sturm und im Mittelfeld eingesetzt werden.

Bernd Schneider (Bayer Leverkusen/32/61)

Debüt: 27. Juli 1999 in Guadalajara gegen Neuseeland (2:0)

Der Routinier ist seit vier Jahren eine feste Größe in der DFB-Elf. Nach zwei Jahren Länderspielpause war der Leverkusener die Entdeckung in den Relegationsspielen für die WM 2002 gegen die Ukraine. Bei der WM-Endrunde in Asien war der in Jena geborene Schneider einer der stärksten Spieler. Auch bei der EM 2004 gehörte er wie später oft unter Klinsmann zur ersten Elf. In seinem 51. Länderspiel in Nürnberg erstmals Kapitän von Anfang an. Großes Plus: Vielseitig einsetzbar.

Bastian Schweinsteiger (Bayern München/21/25)

Debüt: 6. Juni 2004 in Kaiserslautern gegen Ungarn (0:2)

Schon mit 19 Jahren gehörte «Schweini» zum deutschen EM-Aufgebot. Den großen Durchbruch schaffte der Münchner aber unter Klinsmann, vor allem beim Confed-Cup im Sommer 2005. Der FC Bayern hat sein Juwel bereits bis 2009 an sich gebunden, in dieser Saison setzte Trainer Felix Magath den Jungstar aber oft auf die Bank. Sein unbekümmertes, risikoreiches Spiel machte Schweinsteiger zum Liebling der Fans - sein Defensiv-Verhalten manchmal zum Ärgernis der Mitspieler.

Gerald Asamoah (Schalke 04/27/38)

Debüt: 29. Mai 2001 in Bremen gegen die Slowakei (2:0)

Der Schalker Stürmer war schon bei der WM 2002 dabei - aber nur als Teilzeitkraft. Zehn Monate danach wurde er vom damaligen Teamchef Rudi Völler ausgemustert, Klinsmann holte den ersten Schwarzafrikaner im DFB-Team schon bei seinem Einstand in Österreich zurück und gab ihm einen wichtigen Platz. Der in Mampong (Ghana) geborene Asamoah kämpfte sich nach einer Knie-Operation im September 2005 mit viel Engagement zurück - kann als Spitze oder auch im Mittelfeld spielen.

Mike Hanke (VfL Wolfsburg/22/6)

Debüt: 8. Juni 2005 in Düsseldorf gegen Russland (2:3)

Seit seinem Nationalmannschafts-Debüt kurz vor dem Confed-Cup war Hanke oft der Pechvogel bei Klinsmann. Beim 3:0 gegen Tunesien gelang dem Ex-Schalker, der 2005 für vier Millionen Euro nach Wolfsburg kam, sein erstes Länderspieltor. Gegen Mexiko flog er nach unbeherrschtem Einsteigen vom Platz und wurde vom Weltverband FIFA für zwei WM- Spiele gesperrt. Im Meisterschaftsendspurt schien er seine Chancen auf eine WM-Teilnahme eingebüßt zu haben - nicht aber bei Klinsmann.

Miroslav Klose (Werder Bremen/28/52)

Debüt: 24. März 2001 in Leverkusen gegen Albanien (2:1)

2002 ging der Stern des gebürtigen Polen als zweitbester WM- Torschütze (5 Treffer) hinter Ronaldo international auf. Schon bei seinem Debüt hatte Klose, der 2004 von Kaiserslautern für fünf Millionen Euro zu Werder ging, nach Einwechslung gegen Albanien das Siegtor erzielt. In seinem ersten Länderspiel von Beginn an gegen Israel (7:1) traf er gleich drei Mal. Wegen Knie-Operation verpasste er den Confed-Cup 2005. 21 Länderspiel-Tore - für Klinsmann ist der Torschützenkönig der Bundesliga-Saison (25 Treffer) die Tor-Hoffnung.

Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach/33/52)

Debüt: 2. September 1998 in La Valetta gegen Malta (2:1)

Rechtzeitig vor der Kader-Entscheidung bewies Neuville gegen die USA nochmals seine Qualitäten, vor allem als Konterstürmer. In Locarno (Schweiz) geboren, kam er über Genf, Teneriffa, Rostock und Leverkusen nach Gladbach. In der Nationalelf glänzte er besonders bei der WM 2002, als er vom Vorrunden-Reservisten zur Stammkraft aufstieg und mit zum Finaleinzug beitrug. Vor anderen großen Turnieren gab es für den dribbelstarken Angreifer Enttäuschungen, dieses Mal nicht.

Lukas Podolski (1. FC Köln/20/22)

Debüt: 6. Juni 2004 in Kaiserslautern gegen Ungarn (0:2)

Der Kölner, der vor einem Wechsel zum FC Bayern München steht, ist für Fans und Ex-Stürmer Klinsmann ein großer WM-Hoffnungsträger. Seinen Einstand feierte der Shooting Star noch kurz vor der EM 2004 unter Völler, zwei Tage nach seinem 19. Geburtstag. Zuvor hatte er auch ein Angebot, für sein Geburtsland Polen zu spielen. Den großen Durchbruch schaffte «Prinz Poldi» bei der Mini-WM 2005. Nach Formschwäche kam Podolski zum Saisonende wieder toll in Schuss.

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