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Die internationalen Top-Spieler der WM: Wayne Rooney

09.05.2006, 14:18 Uhr

Englands Nationalstürmer Wayne Rooney ballt nach seinem Tor die Faust.
Englands Nationalstürmer Wayne Rooney ballt nach seinem Tor die Faust.
Name:Wayne Rooney
Land: England
Verein: Manchester United (seit 2004)
Vorherige Vereine: FC Everton (1995-2004)
Position: Angriff
Geburtsdatum: 24. Oktober 1985
Geburtsort: Liverpool
Größe: 1,78 m
Gewicht: 75 kg
Familie: ledig
Homepage: www.manutd.com

Seine vier Auftritte bei der Europameisterschaft 2004 machten Wayne Rooney ohne Zweifel zu einem der aufregendsten Spieler des Turniers. Mit der unbändigen Wucht eines jungen Stiers, gepaart mit der filigranen Präzision eines Toreros, war der damals 18-Jährige über die portugiesischen Plätze gefegt. Zurück blieben verzweifelte Gegenspieler und verzückte Beobachter. Während des Viertelfinals gegen Portugal brach der bullige Stürmer sich dann den Mittelfuß - ohne Rooney gab England eine 1:0-Führung noch aus der Hand und schied aus. Diese Verletzung droht für Rooney sogar zu einem Fluch zu werden. Ende April brach er sich im Ligaspiel gegen den FC Chelsea erneut den Mittelfuß. Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson nimmt sein Juwel dennoch mit nach Deutschland - selbst mit dem Risiko, dass der Stürmer nicht einmal bis zum WM-Finale fit werden sollte: «Ich wäre absolut verrückt, wenn ich Wayne nicht nominiert hätte, solange es noch eine kleine Hoffnung gibt.»

Zwei Jahre später kommt Rooney schon nicht mehr als hoch gehandelter Rohdiamant zur WM, sondern als Bestandteil der Kronjuwelen eines der reichsten Vereine der Welt. Rund 30 Millionen Euro ließ sich Manchester United im Spätsommer 2004 die Verpflichtung des bisher jüngsten englischen Nationalspielers (Debüt im Februar 2003 im Alter von 17 Jahren und 111 Tagen) kosten. Besonders beeindruckend an Rooney ist, wie komplett sein Spiel schon in jungen Jahren ist. Er ist schnell, hat einen gewaltigen Schuss, eine Technik zum Zungeschnalzen und ein Natur gegebenes Spielverständnis.

Als hinderlich erweist sich für den als Sohn eines Amateurboxers im Liverpooler Arbeiterstadtteil Croxteth aufgewachsenen Rooney bisweilen sein überschäumendes Temperament. Sportlich hat dem Heißsporn das schon den einen oder anderen Platzverweis eingebracht, privat auch schon Ärger mit der Staatsgewalt. Während der Party, die Rooney zum 18. Geburtstag seiner Verlobten gab, zettelte er eine Massenschlägerei an, die von der Polizei geschlichtet werden musste. Knapp zwei Monate vor WM-Beginn musste «Roonaldo» Medienberichten zufolge bei einem Anbieter von Pferdewetten Spielschulden von umgerechnet angeblich etwa 945 000 Euro begleichen.

Nicht zuletzt wegen derartiger Eskapaden und Episoden wird Rooney («Ich versuche, ein ganz normales Leben zu führen») häufig mit einer englischen Legende vergangener Tage verglichen: Auch Paul Gascoine war ein begnadeter Fußballer, der abseits des Platzes immer wieder für Skandale sorgte. Eines steht also fest: Es wird spannend bleiben, die weitere Entwicklung des «größten Talents, das England in den vergangenen 30 Jahren gesehen hat» («ManU»-Trainer Alex Ferguson) im Blick zu halten - auf und neben dem Fußballplatz.


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