Polizeipräsident Hetger erklärte die «erhöhte Aufmerksamkeit» für die iranischen Fußballer auch mit der politischen Debatte. «Die besondere Brisanz ergibt sich aus der politischen Großwetterlage.» Außerdem verspürten die iranischen Kicker selbst ein großes Sicherheitsbedürfnis. Der Streit über das iranische Atomprogramm und die provozierenden Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad gegen Israel bestimmen seit Monaten die Schlagzeilen. Das Bundesinnenministerium verweist darauf, dass iranische Oppositionsgruppen in Deutschland bisher nicht militant auftraten. Von den 62 000 Exil-Iranern in der Bundesrepublik rechnen die Verfassungsschutzbehörden etwa 1 150 extremistischen Gruppen zu. Der iranische Innenminister Mustafa Purmohammadi vertraut aber darauf, dass die Deutschen alles tun, um Gefahren abzuwenden. Auch Aktionen iranischer Oppositioneller sollten unterbunden werden, vereinbarte der Minister im April in Teheran mit Innenstaatssekretär August Hanning. Zuvor hatte bereits Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble seinem iranischen Amtskollegen versprochen, man werde ein besonders waches Auge auf die iranische Delegation haben. Auch mit Demonstranten aus dem rechten Spektrum könnten es die Sicherheitskräfte zu tun bekommen. Die Schmähungen des iranischen Präsidenten gegen Israel brachten Ahmadinedschad Sympathien der deutschen Rechtsradikalen-Szene. «Provokative Solidaritätsaktionen» von Rechtsextremisten wären für Hetger keine Überraschung. Das internationale politische Abseits machte der iranischen Mannschaft auch die Vorbereitung auf die WM nicht ganz leicht. Mehrere Länder sagten Vorbereitungsspiele ab. Weitere Testbegegnungen sollen aber nun stattfinden, am 28. Mai gegen Kroatien und am 31. Mai gegen Bosnien. In der ersten Maihälfte wollen die Iraner in der Schweiz trainieren, der Ort wurde aber nicht bekannt. Bevor die Spieler dann am Bodensee eintreffen, wollen sie noch die heilige iranische Stadt Maschad besuchen, um göttlichen Segen zu erbitten.
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