Nachdem der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die Streichung der Marke «Fußball WM 2006» veranlasst hat, will der Fußballweltverband FIFA trotzdem diesen Begriff mit juristischen Mitteln verteidigen.
«Die Bezeichnung 'Fußball WM 2006' ist jetzt nicht gemeinfrei. Es wurde uns lediglich der Markenschutz versagt, aber natürlich nicht der Werbeschutz», sagte Martin Stopper, Jurist der FIFA Marketing&TV Deutschland GmbH der «Welt am Sonntag». «Die Behauptung, dass nun jeder mit der Fußball WM 2006 werben darf, stimmt nicht», sagte Stopper. «Diese Bezeichnung zu verwenden, kann nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb immer noch ein Rechtsverstoß sein.» Ob man gegen solche Rechtsverletzungen vorgehe, wolle man wie bisher je nach Schwere des Falles entscheiden.
Zudem setzt sich die FIFA zusammen mit dem europäischen Fußballverband UEFA vor dem Europäischen Parlament für die Einsetzung von Schutzgesetzen für Sportgroßveranstaltungen ein. «Wir halten einen solchen Schutz für unverzichtbar», sagte Stopper. «Fußball- Europameisterschaften und Weltmeisterschaften werden in Europa mindestens so wahrgenommen wie die Olympischen Spiele, für die es entsprechende Schutzgesetze gibt.»
Die FIFA hat derzeit 15 internationale sowie sechs nationale Sponsoren, die jeweils rund 35 Millionen Euro bezahlen und denen die FIFA dafür größtmögliche Exklusivität garantieren möchte. Für die im Paket verkauften Zeitabschnitte 2007 bis 2010 sowie 2011 bis 2014 hat die FIFA ihr Lizenzprogramm umgestellt. Die sechs Premium-Pakete für beide Weltmeisterschaften sowie rund 50 weitere Veranstaltungen kosten zwischen 160 und weit über 300 Millionen Euro und sind bereits verkauft.