Das Spiel wird zwar im Kabelsender ESPN live übertragen, findet aber in den US-Medien bisher kaum Beachtung. Nur die Diskussion in Deutschland über den Wohnsitz von Klinsmann in Kalifornien sorgt für Belustigung: «Panik beim Gastgeberland, das Angst zu haben scheint, dass ihr Coach ein Baywatch-Blonder ist, der sich eher Gedanken um seinen Teint macht als um die Mission WM-Titel», schrieb die «New York Times». Mit dem einstigen Lehrmeister können die Amerikaner längst mithalten. Nur mit viel Glück und dank eines überragenden Torwarts Oliver Kahn entging die DFB-Elf vor knapp vier Jahren beim 1:0-Erfolg im WM-Viertelfinale von Ulsan (Südkorea) einer Schlappe. Immerhin zwei von vier Länderspielen gegen die Deutschen entschied Arena in seiner bisherigen Amtszeit für sich. Nimmt man die Weltrangliste des Weltverbandes als Maßstab, ist der Gastgeber gar nur Außenseiter: Die USA wird auf Rang fünf, Deutschland auf Platz 22 geführt. Von solchen Ranglisten hält Steve Cherundolo wenig. Genauso wenig wie vom Gerede über den steten Abwärtstrend des deutschen Fußballs. Der Defensivspieler von Hannover 96 ist neben Berhalter, Kasey Keller (Borussia Mönchengladbach) und dem nachnominierten Benny Feilhaber (Hamburger SV) einer von vier Profis im US-Team, die ihr Geld in den Bundesligen verdienen. Die derzeitige Schwäche der DFB-Elf führt er auf die fehlende Wettkampfpraxis unter verschärften Bedingungen zurück: «Die Deutschen hatten keine Qualifikationsspiele. Aber ich bin mir sicher, sie werden eine gute WM spielen.» Dem fünftletzten Testspiel der Amerikaner vor den schweren WM-Duellen mit Ghana, Italien und Tschechien räumt Keller den höchsten Stellenwert ein. Der Mönchengladbacher Torhüter erwartet vor allem in der Anfangsphase der Partie einen um Wiedergutmachung bemühten Gegner: «Wir müssen die ersten 15 Minuten überstehen, dann haben wir eine echte Chance zu gewinnen.» Sein Mitstreiter Berhalter ist ähnlicher Meinung. Nach seiner Einschätzung werden die Deutschen so tun, als habe die WM bereits begonnen: «Es geht nicht um Klinsmann, sondern um den Stolz der Nation.»
 |